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Bonuskürzung statt Beziehungsberatung: Banken stärken Manager-Ehen

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Pech im Job, Glück in der Liebe: Die Finanzkrise wirkt sich positiv auf das Privatleben der Investmentbanker aus. Denn ihre Arbeitgeber haben von der Krise gelernt. Um keine Anreize mehr für riskante Geschäfte mit nur kurzfristigen Erfolgen zu bieten, sehen manche Kreditinstitute mittlerweile von hohen Bar-Bonus-Zahlungen ab. Stattdessen bieten sie ihren Managern Aktienoptionen und langfristige Versprechen als Entlohnung für gute Leistungen an. Darüber hinaus sind diese Gehaltskomponenten oft mit Restriktionen verbunden, falls sich die Erfolge als Eintagsfliegen herausstellen sollten.

Bei Ehescheidungen bedeutet das, dass sich die Unterhaltsansprüche von Ex-Partnern und Kindern nicht mehr so einfach ausrechnen lassen. Dies macht das ohnehin aufwändige Scheidungs-Prozedere noch langwieriger und komplizierter. Aus diesem Grund bleiben wohl mehr Paare trotz Eheproblemen zusammen, vermuten Anwälte.
„Die Veränderungen bei der Bezahlung von Managern verpassen dem Familienrecht landesweit einen kräftigen Stoß“, erklärte Frank Glassner, Vorstandschef von Veritas Executive Compensation Consultants in San Francisco, gegenüber „Welt Online“. Auch Eleanor Alter, eine Prominenten-Scheidungsanwältin aus New York, sieht das ähnlich.

Nach offiziellen Statistiken wurden vergangenes Jahr in New York City rund 10 Prozent weniger Scheidungen eingereicht als noch 2007. Ob die schwer ermittelbaren Manager-Boni, Gehälter am Rande des Existenzminimums – oder auch einfach nur ein Bewusstseinswandel – für diese Zahlen verantwortlich sind, ist unklar. Viele Anwälte sprechen sich jedoch für die erstere Möglichkeit aus. „Angesichts der aktuellen Lage dürften viele Paare versuchen, Probleme in der Ehe zu beseitigen. Denn die Alternative ist ein Albtraum“, sagte der New Yorker Anwalt Stephan Cohen zu „Welt online“.

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