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Gunnar Friede

Gunnar Friede

„BP halte ich seit Jahren nicht mehr “

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DAS INVESTMENT.com: Seit wann machen Sie einen Bogen um die BP-Aktie?

Gunnar Friede:  Ich meide die Aktie seit rund fünf Jahren.

DAS INVESTMENT.com: Warum denn das?

Friede:
Anfangs spielten vor allem Bewertungsgründe eine Rolle, die Aktie des britischen Ölmultis außen vor zu lassen. Sie war im Vergleich zum Wettbewerber Royal Dutch zu teuer und damit unattraktiv. Das lag daran, dass zahlreiche Investoren sich damals von ihren Engagements in Royal Dutch getrennt hatten, als dort die Reserven neu bewertet wurden. Das half dem Aktienkurs von BP relativ.

DAS INVESTMENT.com: Und inwieweit spielten Umweltaspekte eine Rolle?

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Friede: Es gab in den vergangenen fünf Jahren diverse Vorfälle, die mich zur Vorsicht mahnten. Etwa die Explosion einer Raffinerie in Texas oder rostige Pipelines in Alaska. Beides ließ darauf schließen, dass BP systematisch nicht genügend Erhaltungs- und Erneuerungsinvestitionen vorgenommen hat - was die Bilanzzahlen von BP im Vergleich zu den Wettbewerbern unterstützen. Das habe ich als Warnzeichen gewertet.

DAS INVESTMENT.com:
Welche Aktien kommen denn generell für Ihren Fonds infrage, greifen Sie auf internes oder externes Research hinsichtlich des Anlageuniversums zurück?

Friede:
Die DWS greift auf den  niederländischen Research-Anbieter Sustainalytics zurück, der rund 2.000 Einzeltitel analysiert.  Aus diesem Anlageuniversum wähle ich dann die Unternehmen für den Fonds aus – oder lasse sie außen vor.

DAS INVESTMENT.com:
Wie bewertet Sustainalytics die BP-Aktie denn zurzeit?
Friede:
Aktuell liegt die Aktie auf Rang 6 von 90 Firmen im Ölsektor, hinter Royal Dutch, Statoil, BG, Encana und Repsol. Im Fonds habe ich den Energiesektor aktuell untergewichtet.

DAS INVESTMENT.com:
Sie bekommen die Einschätzung, ob Unternehmen zu den nachhaltigsten ihrer Branche gehören, von einem externen Research-Anbieter, ebenso wie viele andere Fondsmanager. Wer ist denn nun in der Schusslinie, die Research-Häuser oder die Fondsmanager?

Friede:
Die letzte Entscheidung trifft das Fondsmanagement, die Research-Häuser liefern lediglich Empfehlungen. Man kann vielen vielleicht ankreiden, dass sie BP trotz der Umweltkatastrophe zu Unrecht als so genanntes Best in Class-Unternehmen eingestuft haben. Aber letztlich ist kein Fondsmanager gezwungen, allen Empfehlungen zu folgen. Jeder ist vielmehr aufgefordert, sich darüber hinaus seine eigene Meinung zu bilden.

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