Die größten ETF-Dachfonds auf dem deutschen Markt (Quelle: Morningstar)

Die größten ETF-Dachfonds auf dem deutschen Markt (Quelle: Morningstar)

Branche wächst und wächst

Darum sind ETF-Dachfonds eine schlechte Wahl

//
Dachfonds von Indexfonds (Exchange-traded Funds, ETFs)-machen sich immer mehr breit auf dem Markt, aber ihre Performance lässt zu wünschen übrig: Im vergangenen Jahr stieg das Vermögen, das in ETF-Dachfonds steckt, um 17 Prozent auf insgesamt 11,94 Milliarden Euro. Das hat eine Morningstar-Analyse von 99 ETF-Dachfonds ergeben. Zum Vergleich: Normale Dachfonds konnten 2014 nur 1,7 Prozent Wachstum verzeichnen. Am meisten Geld sammelten dabei die ETF-Aktiendachfonds ein, gefolgt von ausgewogenen und defensiven Mischfonds weltweit.

Doch warum fahren Vermögensverwalter so auf ETF-Dachfonds ab? An der guten Wertentwicklung kann es jedenfalls nicht liegen, analysieren Ali Masarwah und Michael Haker von Morningstar. Ihre Auswertung ergibt ein unterdurchschnittliches Abschneiden dieser 2014.

Auch kostet der ETF-Dachfonds nicht etwa weniger als andere. Im Vergleich zu anderen Fonds seiner Peergroup weist er durchschnittliche Kosten auf. Und er verleitet offenbar seine Manager zu mehr Aktionismus, da ETFs börsentäglich gehandelt werden können – und das lässt ihn schlechter abschneiden. Das zumindest hat eine Analyse von Finanzexperten ergeben. Die ETF-Dachfonds haben also noch nicht bewiesen, dass sie eine gute Wahl sind, resümieren die Morningstar-Autoren.

Wer mischt mit auf dem Markt? Einige wenige große und viele kleine Fonds (unter 50 Millionen Euro). Der volumenmäßig Größte ist der HVB Vermögensdepot priv Balance PI mit 2,2 Milliarden Euro, gefolgt von dem Best Global Concept Op mit 2,05 Milliarden Euro und einem weiteren HVB, HVB Vermögensdepot priv Wachstum PI mit 1,25 Milliarden Euro.

In welche ETFs investieren die ETF-Dachfonds? Das meiste Geld von in Deutschland zum Vertrieb  zugelassenen ETFs, die in ETF-Dachfonds stecken, bringt iShares ein, nämlich 2,97 Milliarden Euro. Dabei mussten die im vergangenen Jahr einen Teil des Kuchens abgeben. Denn ihr Anteil an den ETF-Dachfonds sank 2014 um 16,6 Prozent. Gewinner des letzten Jahres ist dagegen die Deutsche Bank mit ihren db x-tracker-Produkten. Volumenmäßig auf dem zweiten Platz (2,67 Milliarden Euro) konnten sie ihren Anteil an ETF-Dachfonds um 23,8 Prozent steigern. Deutlich mehr konnte nur Amundi für sich verbuchen: Der ETF-Anbieter erhöhte seinen Anteil um schlappe 259,5 Prozent.

Der ETF, der in den meisten ETF-Dachfonds eingesetzt wird, ist der Blackrock-ETF iShares Euro High Yield Corporate Bond. 2014 war er in 18 Dachfonds mit einem Vermögen von 39,24 Millionen Euro. Ihm folgen vier weitere iShares-Produkte wie der iShares S&P 500 UCITS ETF (Dist) und der iShares Core S&P 500 UCITS ETF, bevor die db x-trackers in der Rangliste kommen. Unter den Top-Ten-Produkten gehören die meisten zu den US-Aktien-ETFs.

Die am häufigsten gewählten Zielfonds in ETF-Dachfonds

Mehr zum Thema
Für Vermögensverwalter und unabhängige FinanzberateriShares bringt ETF-Programm nach DeutschlandMorningsstar-AnalyseDie größten Asien-ETFs