Branchenkenner kommentieren den FinVermV-Entwurf „Das dürfte vor allem Strukturvertriebe freuen“

"Wettbewerbsbedingungen von 34f-Vermittlern werden angeglichen"

Martin Eberhard ist Vorstand beim Maklerpool Fondskonzept. © Fondskonzept

Martin Eberhard, Fondskonzept: "Der Kelch der Bafin-Aufsicht, der aus dem Koalitionsvertrag hervorging, scheint erstmal an der Branche vorbeizugehen. Der FinVermV-Entwurf zeigt allerdings in vielen Bereichen ein „Nachziehen“ der Wettbewerbsbedingungen bei Paragraf 34f-Vermittlern im Vergleich zur Bankberatung.

Bei Marketingmaßnahmen müssen sich Finanzberater an die strengen Vorgaben der Bafin halten. Dies bedeutet einen erheblichen Mehraufwand allein schon in der Akquisephase eines Kunden. Als Maklerdienstleister suchen wir die Nähe zu Produktgebern, um unseren Vermittlern bereits endkundentaugliches Marketing an die Hand geben zu können.

Der FinVermV-Entwurf fordert, dass Vermittler dezidiert auf Kosten hinweisen sollen, und zwar vor dem Abschluss und laufend. Bei der Produktauswahl ist im bestmöglichen Interesse des Kunden zu handeln. Darüber hinaus ist darauf zu achten, innerhalb des Zielmarktes zu handeln.

Hinsichtlich der Provision ist der Entwurf großzügig: Finanzanlagenvermittler müssen Zuwendungen nicht für Qualitätsverbesserung verwenden. Die Zuwendungen dürfen andererseits aber die Qualität der Dienstleistung auch nicht negativ beeinflussen. Dennoch empfehlen wir unseren Partnern über alte Provisionsmodelle nachzudenken und mit Ihren Kunden vor allem Servicegebührenmodelle einzuführen. Bei einer weiteren Verschärfung des Themas Provisionen wird das eine Basis für den weiteren Unternehmenserfolg sein.

Der Wechsel vom Beratungsprotokoll zur Geeignetheitserklärung sollte keine großen organisatorischen Veränderungen bringen. Hier wurde weitgehend die bisherige Logik im Beratungsprozess aufgegriffen. Bei Umschichtungen im Depot ist auf die Kosten-Nutzen-Analyse einzugehen und darzulegen, ob die Vorteile der Umschichtung deren Kosten überwiegen.

Technisch die größte Herausforderung wird die geplante Aufzeichnung der Telefongespräche und jeglicher elektronischer Kommunikation sein, welche bei uns bereits seit Jahresmitte möglich ist."

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