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Branchenkompass Insurance 2019 Versicherer sehen digitale Konkurrenz gelassen

Christian Diemaier, Sopra Steria Consulting

„Die Branche nimmt das digitale Heft mittlerweile selbst in die Hand“, sagt Christian Diemaier, Leiter des Geschäftsbereichs Insurance bei Sopra Steria Consulting. Die Unternehmensberatung hat für ihre Studie Branchenkompass Insurance 2019 im Frühjahr etwa 100 Führungskräfte bei Versicherern und Maklergesellschaften zu den Branchentrends, Herausforderungen und Zukunftsstrategien befragt. Demnach haben nur 8 Prozent der Befragten externe Lösungen sogenannter Insurtechs bei sich integriert, 28 Prozent haben es vor.

Doch 60 Prozent der Entscheider von Versicherern und Maklern in Deutschland sehen keinen großen strategischen Nutzen darin, mit den Finanztechnologieanbietern der Versicherungsbranche zusammenzuarbeiten. Anders als bei Banken halten sich die Kooperationen und Beteiligungen in Grenzen. Ein Grund: Nur sehr wenige Versicherer betrachten digitale Anbieter als ernste Bedrohung für das eigene Geschäft. Nur jeder fünfte Versicherungsentscheider sieht den Wettbewerb mit Insurtechs als sehr große Herausforderung an.

Kundenzahlen halten sich in Grenzen

Aktuell halten sich die Kundenzahlen jedes einzelnen Insurtechs am deutschen Versicherungsmarkt nämlich noch in engen Grenzen. Daher werden sie von den Traditionsunternehmen derzeit auch kaum als Gefahr wahrgenommen. Und als mögliche Partner oder Übernahmekandidaten kommen sie für die Versicherer nur vereinzelt in Betracht. Auch die Makler und Vermittler halten sich der Studie zufolge mit Kooperationen zurück: Weniger als ein Viertel von ihnen (24 Prozent) strebt eine Kooperation mit einem Insurtech an. 

 

Grafik: Sopra Steria Consulting

Andere Versicherungskonzerne wie Allianz und Baloise, Ergo und Münchener Rück beteiligen sich strategisch an ganz bestimmten Insurtechs für spezifische Marktsegmente. So übernimmt beispielsweise die Zurich-Versicherung das Insurtech Dentolo, um sich einen leichteren Einstieg in das Direktgeschäft mit Zahnzusatzversicherungen zu verschaffen. Auf solche Schritte sind viele digitale Herausforderer angewiesen, da sie als unbekannte Neulinge allein kaum neue Kunden gewinnen können.

Zum reinen Lieferanten degradiert

Problematischer ist für viele Versicherer das Verhältnis zu Vergleichsplattformen. Denn hier befürchten die befragten Versicherungsmanager, dass sie die Verbindung zu den Endkunden verlieren und ihr Unternehmen zum reinen Lieferanten degradiert wird. 74 Prozent der Finanzdienstleister sorgen sich um ihre Unabhängigkeit. 83 Prozent sehen Nischenplattformen als Hauptbedrohung, 44 Prozent Vergleichsplattformen wie Verivox und Check24, zeigt die Studie „Potenzialanalyse Digitale Plattformen“ von Sopra Steria Consulting.

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