Bremst Schieferöl den Ölpreis?

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Erdöl ist eine knappe Ressource. Und alles was knapp ist, steigt im Preis. Bremst die Flut von US-Schieferöl nun den steigenden Erdölpreis? Vermutlich nicht. Die Zahlen der US-Energiebehörde geben nur die maximal förderbare Menge wieder, ohne dabei die Profitabilität einer Quelle zu berücksichtigen. Darüber hinaus müsste die umstrittene Fracking-Technik zum Einsatz kommen, die bislang nur von Kanada und den USA flächendeckend angewendet wird. Die tatsächlich wirtschaftlich nutzbare Menge sei darum „in hohem Maße unsicher“.

Laut Statistik hat Russland mit 85 Milliarden Barrel die größten Schieferöl-Reserven. Die USA liegen mit 58 Milliarden auf Platz 2. China belegt den dritten Platz.

Neben Schieferöl wurden auch die weltweiten Erdgas-Reserven geschätzt. Hier lag der neue Wert sogar 47 Prozent über dem vorherigen. Auch hier sei die tatsächlich wirtschaftlich nutzbare Menge „in hohem Maße unsicher“, heißt es von der US-Energiebehörde.

Dennoch dürften die neuen Ergebnisse die Energie-Exportpolitik der US-Regierung weiter anfeuern. Präsident Barack Obama hat es sich zur Aufgabe gemacht, die USA zum weltweit größten Nettoexporteur von Erdgas zu machen. Zu diesem Zweck wurde bereits das milliardenschwere Freeport-Projekt bewilligt, das den Auf- und Ausbau zahlreicher Erdgasterminals in US-Häfen vorsieht.

Für die Umwelt ist das keine gute Nachricht: Um das Ziel der Regierung zu realisieren, müsste die sogenannte Fracking-Technik noch häufiger eingesetzt werden als bisher. Beim Fracking wird konventionelles Gas unter hohem Druck tief in den Boden geleitet, um Rohstoffe wie Öl oder Gas aus dezentral verteilten Quellen hervorzupressen. Das Verfahren ist wegen seines hohen Wasserverbrauchs und der Umweltbelastung durch Chemikalien äußerst umstritten.

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