Stephan Scharfenorth ist Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de.

Stephan Scharfenorth ist Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de.

Brexit wirkt zeitversetzt

Prognose: Bauzinsen sinken bis Ende des Jahres weiter

Die Renditen fallen und drücken so die ohnehin schon historisch niedrigen Bauzinsen weiter nach unten. Kurzfristig wird sich daran nichts ändern. „Bis Ende des Jahres erwarten wir sogar noch deutlich niedrigere Zinsen. Der Markt hängt dem Brexit hinterher. Laufende Geschäftsbeziehungen werden erst allmählich umstrukturiert und die Investitionen umverteilt“, erklärt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de.

Politische Entwicklungen haben oft direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft und betreffen häufig den Immobilienmarkt. Nicht immer zum Nachteil für Endverbraucher. Das Brexit-Votum verdeutlicht es: Während Großbritannien eine Rezession droht, sinken in Deutschland die Baugeldzinsen.

Anfang August müssen Kreditnehmer für einen Darlehensbetrag von 150.000 Euro über zehn Jahre 0,78 Prozent Zinsen zahlen. Im Mai waren es bei gleichen Konditionen 1,03 Prozent. Eine lange Zinsbindung ist daher folgerichtig.

Moderate Zinssteigerung unvermeidbar

Wer also das richtige Objekt bereits gefunden und einen geeigneten Finanzierungsplan aufgestellt hat, sollte mit dem Kauf nicht allzu lange zögern. Denn eine moderate Zinssteigerung wird im Laufe der nächsten Jahre unvermeidbar sein. Ein günstiger Zinssatz ist eine wichtige Voraussetzung, garantiert aber nicht das beste Finanzierungskonzept.

„Wenn die Zinsen besonders niedrig sind, lohnt es sich höher zu tilgen. Ich empfehle einen anfänglichen Tilgungssatz von mindestens zwei bis drei Prozent. Eigenheimbesitzer verkürzen so die Kreditlaufzeit und vermeiden eine mögliche Mehrbelastung“, so Scharfenorth weiter.

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