Liebe Helen,
„Der wichtigste Schritt im Leben ist der Wechselschritt“, hat uns unsere Mutter
immer wieder mit einem gewissen Augenzwinkern als Lebensweisheit mitgegeben.
Was sagt uns das? Lerne die Schritte, die Drehungen und Wendungen.
Sei aufmerksam, wann es nach vorne, wann nach hinten, wann nach rechts und
wann nach links geht. Die Karriere läuft nicht immer geradeaus. Es gilt, den Rhythmus zu halten, die Schrittfolge aufeinander abzustimmen, nicht immer in dieselbe Richtung wie das Gegenüber, aber in Einklang miteinander. Am Ende sind es auch im Beruf die Menschen, Teams, Begegnungen und Netzwerke, die Drehungen und Wendungen, die uns, unsere Arbeit und nicht zuletzt unsere Zufriedenheit ausmachen.
Du bist eine ambitionierte junge Frau im Portfoliomanagement am Karrierestart. Was kann ich Dir raten? Setze den Wechselschritt strategisch ein. Baue Dir ein Netzwerk
aus Förderern und Gleichgesinnten auf, such Dir Mentorinnen und Mentoren, lerne stetig neue Methoden — aber bleibe Du selbst: neugierig, kritisch, menschenorientiert. Deine Stärke liegt nicht nur in der Zahlenkompetenz, sondern auch in der Fähigkeit, komplexe Themen verständlich zu machen und Teams zusammenzuhalten.
Stelle Dich auf herausfordernde Zeiten ein. Nimm Niederlagen nicht persönlich. Bleibe hartnäckig, nutze Chancen zur Veränderung.
Das Portfoliomanagement hat sich seit den 2000er-Jahren massiv ins Positive gewandelt: KI, passive Investments, ESG, flexibleres Arbeiten, durchlässigere Hierarchieebenen. Wir haben neue Erkenntnisse über den Wert diverser Teams und die Notwendigkeit von Effizienz gewonnen.
Danke, dass Du den Wechselschritt stets im Takt gesetzt hast, den Beruf der Portfoliomanagerin für uns gewählt hast und Deinen Weg unbeirrt gegangen bist.
Dein Ich aus der Zukunft
Dieser Beitrag erscheint im Rahmen unseres Female Specials. „Brief an mein jüngeres Ich“ – drei Frauen, drei Karrieren, drei Perspektiven. Teil 2 von 3.
Über die Autorin

ist Leiterin Multi Asset Solutions des Asset Managers Amundi Deutschland.
