Larry Fink bei einer Veranstaltung in New York: Der Blackrock-Chef veröffentlicht jährlich einen Brief an Topmanager. | © Getty Images Foto: Getty Images

Brief an Topmanager

Blackrock-Chef ruft Konzerne zu mehr Klimaschutz auf

„Der Klimawandel ist für die langfristigen Aussichten von Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor geworden“, schreibt Larry Fink, CEO von Blackrock, in seinem diesjährigen Brief an die Vorstände von Unternehmen. Er sei überzeugt, dass eine fundamentale Umgestaltung der Finanzwelt bevorstehe, so der Blackrock-Chef.

Er habe schon eine Reihe von Finanzkrisen und schwierigen Situationen erlebt, schreibt Fink. Der Klimawandel sei jedoch anders. „Selbst wenn nur ein Bruchteil der prognostizierten Auswirkungen tatsächlich eintritt, haben wir es hier mit einer grundlegenderen, langfristigen Krise zu tun“, heißt es in dem Schreiben, das Blackrock auch online veröffentlicht hat. Unternehmen, Anleger und Regierungen müssten sich daher auf eine „beträchtliche Umschichtung“ von Kapital vorbereiten.

Von den Unternehmen fordert Fink mehr Transparenz. Zentral seien etwa Angaben zur Nachhaltigkeit der Lieferkette. Im sozialen Bereich stehen die Diversität der Belegschaft und der Schutz von Kundendaten im Fokus. „Die Wachstumsaussichten eines Unternehmens sind untrennbar mit seiner Fähigkeit verbunden, nachhaltig zu wirtschaften und all seinen Stakeholdern gerecht zu werden“, heißt es.

An die Topmanager spricht Fink in diesem Zusammenhang auch eine Warnung aus: Blackrock sei angesichts der Anlagerisiken geneigt, Vorständen und Aufsichtsräten die Zustimmung zu verweigern, wenn sie bei Offenlegung und Geschäftspraktiken keine ausreichenden Fortschritte machen.

Der Branchenprimus beschreibt in einem zweiten Brief an Großanleger, welche Maßnahmen das Unternehmen selbst ergreifen möchte. So wolle Blackrock sich von Anlagen trennen, „die ein erhebliches Nachhaltigkeitsrisiko darstellen“, etwa Wertpapiere von Kohleproduzenten. Zudem sollen neue Anlageprodukte auf den Markt kommen, die Investitionen in fossile Brennstoffe ausschließen. Die Anzahl nachhaltiger ETFs etwa, werde das Unternehmen in den kommenden Jahren auf 150 verdoppeln. Fondsgesellschaften, darunter auch Blackrock, stehen immer wieder selbst in der Kritik, zu wenig für den Klimaschutz zu tun.

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