Briefwechsel belastet Finanzaufsicht

Bafin wusste seit Jahren über Probleme bei Prokon Bescheid

Offenbar wusste die Finanzaufsicht Bafin schon eine Weile, dass es beim Windmühlenbauer Prokon nicht allzu sauber lief. So berichtet das Handelsblatt (mehr) von einem Briefwechsel zwischen der Bafin und Prokon aus dem Zeitraum Ende 2008 Anfang 2009. Die Bafin beanstandete darin Prokons Geschäft mit geschlossenen Fonds und verlangte deren Auflösung.

Bereits damals teilte Prokon der Bafin mit, dass unter anderem das Eigenkapital des Fonds Energy III aufgebraucht und die Windparks an die Banken verpfändet seien. Es sei nicht möglich, die Kommanditisten, also die Beteiligten, auszuzahlen.

Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (mehr) zwang die Bafin den Windanlagenfinanzierer, seine Rechtsform zu ändern. Prokon finanzierte sich ab dann durch die Ausgabe von Genussrechten und legte der Bafin die entsprechenden Unterlagen zur Prüfung vor. Die Bafin nickte den Prospekt zur Ausgabe der Genussrechte ab und sah sich für eine weitere Kontrolle nicht zuständig.

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