Londoner Finanzdistrikt: In der britischen Bankenbranche herrscht ein besonders großer Gender Pay Gap vor, hat eine Studie ergeben. Foto: Getty Images

Londoner Finanzdistrikt: In der britischen Bankenbranche herrscht ein besonders großer Gender Pay Gap vor, hat eine Studie ergeben. Foto: Getty Images

Britisches Finanzministerium plant

Weniger Chefinnen – weniger Boni für Chefs

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Sie sollen gefälligst Frauen einstellen – oder sie bekommen keinen Bonus. Über den radikalen Vorschlag aus dem britischen Finanzministerium berichtet das Online-Portal der britischen Tageszeitung The Independent. Die Vorschläge sind das Ergebnis einer neunmonatigen Untersuchung der britischen Bankenbranche durch die Britische Kommission für Beschäftigung und Beruf.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Bankenbranche ihre Mitarbeiter zwar besonders fürstlich entlohnt, dabei jedoch auch den höchsten Gender Pay Gap in Großbritannien, also die größte Differenz in der Lohnhöhe zwischen den Geschlechtern, an den Tag legt.

Die jetzt vom Finanzministerium vorgeschlagenen Maßnahmen beinhalten auch, dass Banken die Verteilung der Geschlechter innerhalb ihres Personalbestandes öffentlich machen müssen. Außerdem sollen sie sich Ziele setzen und Verantwortliche für Genderfragen im Unternehmen benennen. Es wird erwartet, dass die Unternehmen freiwillig kooperieren.

Bankmitarbeiterinnen in Großbritannien erhalten rund 40 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen, berichtet die Zeitung und beruft sich auf die Untersuchung der britischen Kommission für Beschäftigung und Beruf. Damit weist sie eine besonders hohe Geschlechterdifferenz in der Bezahlung vor: Über alle Berufsgruppen hinweg verdienen britische Frauen laut der Studie nur rund 19 Prozent weniger als Männer.

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