Svetlana Kerschner (Redakteurin)Lesedauer: 2 Minuten

Wegen Psyche BU-Risiko für junge Frauen steigt um über 30 Prozent

Frau weint
Frau weint: Aufgrund psychischer Krankheiten wie Depressionen & Co. steigt die Wahrscheinlichkeit für junge Frauen berufsunfähig zu werden. | Foto: Pexels

Frauen haben bis zu ihrem 40. Geburtstag ein über 30 Prozent höheres Berufsunfähigkeitsrisiko (BU-Risiko) als noch vor 20 Jahren. Das berichtet die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV).

Grund sind hauptsächlich psychische Erkrankungen, die laut Daten der Rentenversicherung in dieser Versichertengruppe besonders häufig auftreten. Bei Männern gibt es hingegen in dieser Altersgruppe keine signifikanten Veränderungen im Vergleich zur Untersuchung, die die DAV vor 20 Jahren durchgeführt hat.

Anders sieht das in der Altersgruppe über 40 Jahren aus: Hier sank sowohl bei Männern als auch bei Frauen die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden. Dabei nahm das BU-Risiko bei Frauen um 36 Prozent und bei Männern sogar um 45 Prozent ab (siehe Grafik).

Quelle: DAV

„Darin spiegelt sich deutlich die Veränderung der Arbeitswelt wider“, erklärt DAV-Vorstandsvorsitzende Herbert Schneidemann. Zum einen seien immer weniger Personen in körperlich anstrengenden Berufen tätig und zum anderen sinken generell die körperlichen Anforderungen in vielen Berufen. „Dieser positive Trend überkompensiert glücklicherweise den auch in dieser Altersklasse zu beobachtenden Anstieg der Schadenfälle durch psychische Erkrankungen“, so der DAV-Chef.

Trotzdem bleibt die BU für die Deutschen eine der größten finanziellen Gefahren. Laut DAV wird bis zum Renteneintritt jeder Vierte mindestens einmal in seinem Arbeitsleben berufsunfähig.

Versicherte kehren schneller in den Beruf zurück

Ein weiteres Ergebnis der DAV-Untersuchungen: Die Versicherungsnehmer kehren nach einer BU-Erkrankung schneller in den Beruf zurück. 19 Prozent nehmen binnen der ersten 24 Monate wieder ihren zuletzt ausgeübten Beruf auf. Vor 20 Jahren waren es nur 11 Prozent.

Anders verhält es sich aber bei Personen, die drei bis zehn Jahre berufsunfähig sind. Während nach der DAV-Tafel von 1997 rund 26 Prozent der Invaliden in diesem Zeitraum in den Job zurückkehrten, sind es nach der neuen nur 16 Prozent.

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