BU-Versicherungen: Mehr Individualität ist gefragt

BU-Versicherungen: Mehr Individualität ist gefragt

Bei der Kalkulation der Prämien für den Schutz bei Berufsunfähigkeit (BU) geht die LV 1871 neue Wege. Neben dem Beruf macht das Unternehmen seit Jahresanfang die Versicherungsbeiträge von weiteren Faktoren wie etwa dem Familienstand abhängig.

Das Ziel ist eine individuelle Versicherungsprämie, denn, so Rolf Schünemann, Vertriebsvorstand bei der LV 1871: „Die Einstufung über Berufsgruppen allein wird der Risikosituation der Menschen nicht mehr gerecht.“

Kunden können laut Schünemann im Vergleich zu ihren Berufskollegen sparen, wenn sie einen hohen Bildungsabschluss haben. Weiteren Rabatt gibt es für Nichtraucher und Verheiratete mit Kindern. Schünemann: „Untersuchungen haben beispielsweise ergeben, dass jemand seltener berufsunfähig wird, wenn er Familie hat oder in leitender Position für Mitarbeiter zuständig ist.“

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Der Versicherer hatte das System der Berufsgruppen im Jahr 2000 eingeführt. „Bis dahin hatten wir mit Zuschlägen für Menschen mit körperlich anstrengenden Berufen gearbeitet“, erinnert sich Schünemann. „Das System der Berufsgruppen hat seinerzeit zu einer deutlich verbesserten Differenzierung geführt. Dennoch hatte dies auch unweigerlich ein gewisses Schubladendenken zur Folge“, sagt Schünemann. „Am Ende landete ein Friseurmeister immer in der gleichen Gruppe, unabhängig davon, ob er den ganzen Tag Haare schnitt oder die Geschäfte koordinierte, also eher kaufmännisch tätig war.“

Weil dies nicht gerechtfertigt schien, habe man bei der LV 1871 die eigenen Erfahrungen mit denjenigen der Rückversicherer abgeglichen, um weitere Risikofaktoren zu identifizieren.

Mit dem Ergebnis kann das Unternehmen nach Schünemanns Angaben sehr zufrieden sein. „Die Nachfrage nach unseren Golden BU Lösungen ist hoch“, sagt er. Von dem Modell könnten Versicherungsmakler profitieren, da es ihnen so möglich sei, noch individueller auf Kundenbedürfnisse einzugehen.“

Qualität der Bedingungen ist hoch

Dass viele Versicherer einen eigenen Bedingungskatalog entwickeln, liegt daran, dass der durchschnittliche BU-Vertrag bereits ein extrem verbraucherfreundliches Niveau erreicht hat, sagt der Bielefelder Versicherungsmakler Hans-Uwe Klaß. „Die Unternehmen können sich kaum mehr über höhere Qualität der Bedingungen auszeichnen und müssen sich deshalb auf andere Weise im Markt positionieren“, erklärt er.

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Eine aktuelle Ausnahme: Dass einige BU-Versicherer einen Pflegebaustein in die BU-Lösungen integrieren, sei ein sinnvoller Trend, meint Klaß. „Diese Kombinationslösung wird uns künftig stärker beschäftigen. Denn der Pflegeschutz bleibt häufig auf der Strecke, da Versicherte ihr verfügbares Geld für andere Dinge einsetzen“, weiß Makler Klaß.

Bei der LV 1871 ist die Rente bei Pflegebedürftigkeit inklusive, berichtet Vertriebsvorstand Schünemann: „Wer vor Vertragsende zehn Jahre lang ohne Unterbrechung pflegebedürftig ist, bekommt die vereinbarte BU-Rente weiter. Das gilt ein Leben lang und ohne Mehrbeitrag. Aber auch ohne Pflegebedürftigkeit können Kunden sich selbst und ihre Angehörigen mit einer lebenslangen BU-Rente absichern.“


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