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Zur Bundestagswahl Bürgerbewegung Finanzwende fordert Provisionsverbot

Ampel
Ampel: Bürgerbewegung Finanzwende will Provisionsgeschäft stoppen. | Foto: Pexels / cottonbro

Die Bürgerbewegung Finanzwende legt ihre Forderungen an die nächste Bundesregierung vor. Einige der Punkte betreffen insbesondere Vermittler und Makler. Die Verbraucherschützer möchten unter anderem durchsetzen, dass die kommende Bundesregierung Provisionen verbietet, die Riester-Rente beerdigt und die Bafin stärkt. Insgesamt schlägt sie vier Maßnahmen vor:

  1. Zum einen soll die provisionsbasierte Finanzberatung komplett wegfallen. Schließlich setze diese aus Sicht der Gruppe falsche Anreize. Berater würden regelmäßig ungeeignete oder überteuerte Finanzprodukte vermitteln.
  2. Ebenso fordert Finanzwende, dass die Politik einen klaren Schlussstrich unter die Riester-Rente zieht. Typischerweise fließe bei Riester-Versicherungen fast jeder vierte eingezahlte Euro in Bürokratie und Provision. Das Konzept habe dementsprechend als zusätzliche Altersvorsorge versagt. Alternativ schlägt Finanzwende ein Altersvorsorgeprodukt nach schwedischem Vorbild vor.
  3. Außerdem besteht die Bürgerbewegung auf das grundsätzliche Vertriebsverbot von Zertifikaten an Privatanleger. Diese Derivate seien für die meisten Menschen nicht transparent genug.
  4. Zu guter Letzt fordert die Bürgerbewegung eine Finanzaufsicht, die für bessere Finanzprodukte sorgt. Demnach solle das Finanzministerium innerhalb der Bafin einen eigenen Geschäftsbereich für Verbraucherschutz installieren. Die Behörde soll dann mithilfe des neuen Geschäftsbereichs dafür sorgen, dass schädliche Produkte schneller vom Markt verschwinden. Für Finanzprodukte wünschen sich die Verbraucherschützer insgesamt strengere Vorgaben.

Als Vorstand des im Juli 2018 gegründeten Vereins arbeitet Gerhard Schick. Die Mitgliederzahl bezifferte „Die Zeit“ im März 2020 auf 2.000. Zu den Geldgebern der Bürgerbewegung Finanzwende gehören unter anderem die Hans-Böckler-Stiftung und die European Climate Foundation. Der Verein möchte ausdrücklich nicht als gemeinnützige Organisation anerkannt werden. Nach Aussage Schicks, sei er nur so in der Lage, sich effektiv für politische Reformen einsetzen zu können.

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