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Der heutige britische Premier Boris Johnson auf einem Benefiz-Turnier in London. | © Getty Images Foto: Getty Images

Bum Bum Boris

Wie Boris Johnson für Angst in der britischen Wirtschaft sorgt

Wieder mal ein Richtungswechsel auf der Insel: Die glücklose britische Premierministerin Theresa May hat mit Boris Johnson einen Nachfolger bekommen, dessen Auftreten unterschiedlicher kaum sein könnte. In der Vergangenheit tat sich Johnson nicht selten mit Krawallpolitik und Falschinformationen hervor, in Stil und Frisur dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump nicht unähnlich. Der Deutschlandfunk überschrieb ein Porträt anlässlich des Amtsantritts mit „Märchenonkel“.

Das seit drei Jahren andauernde Brexit-Chaos geht damit in die nächste Runde. Seit sich die Briten in einem Referendum am 23. Juni 2016 mit hauchdünner Mehrheit für einen Abschied ihres Landes aus der Europäischen Union entschieden haben, scheitert die Regierung in London an dem Vorhaben, den Ausstieg auch umzusetzen. Doch nun soll es bald so weit sein. Johnson, den eine überwältigende Mehrheit der regierenden Konservativen gewählt hat, hielt sich bislang mit konkreten Versprechen zurück. Mit einer großen Ausnahme: Der neue Regierungschef versichert, dass das Vereinigte Königreich die Staatengemeinschaft am 31. Oktober dieses Jahres verlassen werde, „komme, was wolle – friss oder stirb“.

Johnson gilt als Brexit-Hardliner. Schon im Vorfeld des Referendums 2016 fiel der 55-jährige Ex-Außenminister und frühere Journalist mit steilen Thesen auf, die wesentlich zum Ergebnis des Volksentscheids beigetragen haben sollen. Unter anderem behauptete er fälschlicherweise, sein Land zahle wöchentlich dreistellige Millionensummen an die EU, die nach einem Austritt für soziale Wohltaten in England zur Verfügung stünden.


Quelle: Morningstar

Seine aktuellen Vorhersagen gehen noch immer in die gleiche Richtung: „Wenn wir das EU-System verlassen, entledigen wir uns einer Vielzahl unnötiger Regulierungen, die dieses Land im Klammergriff halten. Zukünftig werden wir in der Lage sein, unsere eigenen Prioritäten zu setzen, unsere eigenen Gesetze zu verabschieden und eine eigene Steuergesetzgebung zu erlassen, die den Bedürfnissen dieses Landes gerecht wird.“ Dagegen bezifferte der wegen Johnson zurückgetretene Schatzkanzler Philip Hammond noch kürzlich die Kosten eines ungeordneten Austritts mit nicht weniger als 100 Milliarden Euro.

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