"Bundesanleihen dürften Witwen- und Waisenpapiere bleiben"

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Hat die Währungsunion beim Thema Staatsverschuldung bereits den Rubikon überschritten?

In den Ländern der Währungsunion ist seit 30 Jahren ein stetiger Aufwärtstrend in den Defizitquoten zu beobachten. Betrug das Verhältnis von Staatsverschuldung zum BIP 1980 noch 35 Prozent, waren es 1990 schon 50 Prozent, im Jahr 2000 knapp 70 Prozent und 2010 dürften es 83 Prozent sein. Die EU-Kommission warnt, dass der Schuldenberg ohne Kehrtwende in der Haushaltspolitik 2020 bereits 120 Prozent betragen könnte.

Steigende Schuldenstandsquoten sind deshalb problematisch, weil damit zugleich wachsende Zinslasten und Risikoprämien verbunden sind. Die Euroländer sollten daher alles daran setzen, das Verhältnis von Staatsverschuldung zum BIP unter 100 Prozent zu halten. Dies gilt umso mehr als die meisten Euroländer stark im Ausland verschuldet sind und damit besonders kritische Investoren haben.

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