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Bundesbank-Studie Vermögen der Deutschen steigt um 120.000 Euro in zehn Jahren

Familie auf Terrasse eines Hauses: Die eigene Immobilie ist ein wichtiger Baustein für die Vermögensbildung, wie eine Studie der Bundesbank zeigt.
Familie auf Terrasse eines Hauses: Die eigene Immobilie ist ein wichtiger Baustein für die Vermögensbildung, wie eine Studie der Bundesbank zeigt. | Foto: IMAGO / Addictive Stock
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Flugreisen waren nicht möglich, Restaurants wurden geschlossen, Konzerte abgesagt: Die Corona-Pandemie war eine Zeit des Verzichts. Das machte sich auch auf den Konten der Deutschen bemerkbar, wie nun eine neue Studie der Bundesbank zeigt. Demnach stieg im Jahr 2021 das durchschnittliche Nettovermögen abzüglich Schulden auf 316.500 Euro. Das ist ein neuer Höchststand.

Der Auswertung zufolge erhöhte sich allein zwischen den Jahren 2017 und 2021 das durchschnittliche Vermögen um rund 83.600 Euro, das entspricht einem Anstieg von 36 Prozent. Auf zehn Jahre – also seit 2010/2011 – liegt der Anstieg sogar bei 121.300 Euro (plus 62 Prozent). Für die Untersuchung wurden 4119 repräsentativ ausgewählte Haushalte befragt.

Für den Vermögensanstieg gibt es mehrere Gründe: Die Leitzinsen verharrten auf niedrigem Niveau, so stiegen die Immobilienpreise zwischen 2017 und 2021 deutlich. Auch an der Börse ging es in dieser Zeit insgesamt bergauf. Zudem gaben die Menschen weniger Geld für Konsum aus.

Auch Median-Einkommen steigt

Der Medianwert ist bei der Angabe des Einkommens insgesamt aussagekräftiger als der Durchschnitt, weil er weniger anfällig für Ausreißer ist und die Mitte der Verteilung repräsentiert. Der Durchschnitt kann durch extrem hohe oder niedrige Einkommen verzerrt werden, was ein ungenaues Bild der tatsächlichen Einkommensverteilung liefert.

Der Median teilt die Bevölkerung in zwei gleich große Gruppen und gibt so ein besseres Verständnis des mittleren Einkommens. Und auch hier gab es einen deutlichen Anstieg von 70.800 Euro im Jahr 2017 auf 106.600 Euro im Jahr 2021. Vor zehn Jahren lag der Wert mit  51.400 Euro bei weniger als der Hälfte.

Der Zuwachs ist bemerkenswert. Allerdings ist das Niveau immer noch niedriger als in anderen europäischen Ländern. In Italien lag der Median zuletzt bei rund 150.000 Euro, in Spanien knapp über 120.000 Euro.

 

Immobilien wichtiger Vermögensteil 

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Eine wichtige Säule des Vermögens sind Immobilien. „Haushalte, die in einer in eigenem Besitz stehenden Immobilie leben, erreichte 2021 mit 364.800 Euro einen neuen Höchststand seit Beginn der Erhebungen“. Der Medianwert für Mieterhaushalte liegt mit 16.200 Euro deutlich unter diesem Wert. Dafür gibt es mehrere Gründe: „Zu Haushalten, die in der eigenen Immobilie wohnen, gehören in der Regel ältere Personen als in Mieterhaushalten.“ Zudem seien die Haushalte von Eigentümern größer und das Einkommen als bei Mietern.

Typischerweise baut sich das Vermögen eines Haushalts oder einer Person bis zu einem gewissen Alter auf und nimmt dann wieder ab, wie die folgende Grafik zeigt.

Auch das Einkommen wächst in der Regel mit zunehmenden Alter einer Person und sinkt ab dem Ende des Erwerbslebens wieder.

Nettovermögen und Einkommen der privaten Haushalte nach dem Alter der Referenzperson
Nettovermögen und Einkommen der privaten Haushalte nach dem Alter der Referenzperson © Bundesbank

Die oberen 10 Prozent in Deutschland

„Dass der Mittelwert den Median übersteigt, ist ein typisches Merkmal von Vermögensverteilungen, und das Verhältnis aus Mittelwert und Median ein erstes Maß dafür, wie ungleich die Vermögen verteilt sind“, heißt es in der Studie der Bundesbank.

Zwar ging die Ungleichheit insgesamt leicht zurück. Nach wie vor besitzen jedoch die obersten zehn Prozent der vermögendsten Haushalte 56 Prozent des gesamten Nettovermögens (2010/2011: 59 Prozent). Absolut gesehen gab es die größten Zuwächse nach wie vor bei den vermögenderen Haushalten.

Um zu den vermögendsten 10 Prozent der Haushalte in Deutschland zu gehören, war im Jahr 2021 ein Nettovermögen von rund 725.900 Euro nötig. Vier Jahre zuvor lag diese Grenze noch bei 555.700 Euro.

„Mit einem Nettovermögen von etwas mehr als 3.000 Euro gehörte man 2017 schon zu den vermögenderen 80 Prozent der Haushalte, 2021 waren 6.900 Euro nötig, um zu dieser Gruppe zu gehören“, heißt es weiter in der Studie. Innerhalb der untersten 20 Prozent der Nettovermögensverteilung stieg das Vermögen an, verharrt mit minus 3.100 Euro jedoch immer noch im negativen Bereich (2017: minus 6.800 Euro).

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