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Aktualisiert am in VersicherungenLesedauer: 7 Minuten

Rentenreform Was die Bundesregierung bei der Altersvorsorge plant

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Pläne in die Tat umsetzen

Mit der automatischen Teilnahme könnten diese Aufschieber ihren guten Vorsatz zur Altersvorsorge ganz einfach durch Passivität in die Tat umsetzen. „Es ist empirisch nachgewiesen, dass sich hierbei tatsächlich mehr Menschen an Vorsorgesystemen beteiligen als bei Opting-in-Modellen, weil man nicht aktiv werden muss“, erklärt Nora Stampfl. Sie ist die verantwortliche Autorin einer aktuell veröffentlichten DIA-Studie.

Nora S. Stampfl, f/21 Büro für Zukunftsfragen

Als weiteren Vorschlag nennt Stampfl eine Standardeinstellung für die Kapitalanlage in solchen Opting-out-Modellen. Dies mindere die Gefahr, dass der geplante Sparplan vorzeitig abgebrochen wird. Denn viele Menschen fühlten sich angesichts der Fülle unterschiedlicher Vorsorgeprodukte überfordert. Um einen möglichen Fehler zu vermeiden, warten sie lieber immer weiter ab.

Eine solche Standardvorgabe wirke zudem typischen Fehlern entgegen, die mit Auswahlvorgängen verbunden sind. So zeige sich in der Praxis oft, dass viele Menschen ihre Entscheidungen mehr oder weniger zufällig treffen – einfach nur, um den Auswahlprozess endlich abzuschließen. Weil das Standardangebot jedoch selten zu jedem Sparer passt, sollten laut der Studienautorin daneben immer alternative Anlagen zur freien Wahl bereitstehen.

Alternative Anlagen zur Wahl

Denn der geplante Vorsorgefonds, in den zunächst alle Bürger ungefragt einbezogen wären, stößt bei den Deutschen bislang zumindest auf ein geteiltes Echo: Laut einer aktuellen DIA-Erhebung würden weniger als ein Drittel der mehr als 2.000 befragten Erwachsenen hierzulande dort bereitwillig eigene Beiträge einzahlen. Mehr als jeder Vierte würde hingegen von der Abwahlmöglichkeit Gebrauch machen.

Der größte Teil der Befragten wusste bei der Anfang Dezember durchgeführten Online-Umfrage allerdings noch gar nicht, wie er sich bei dieser völlig neuen Fragestellung entscheiden würde. „Offenkundig bestehen noch große Unsicherheit und Unkenntnis zu solch einem in Deutschland bislang noch nicht etablierten Altersvorsorgesystem.“ 

Geteiltes Echo auf Staatsfonds

Die Studie zeigt zudem ein klares Bildungs- und Einkommensgefälle. So ist die Bereitschaft zum Vorsorgefonds unter Befragten mit Abitur oder Fachhochschulreife mit 36 Prozent vergleichsweise hoch. Unter den Befragten mit Hauptschulabschluss wollen dagegen nur halb so viele automatisch einzahlen.

Außerdem hängt die Bereitschaft zur Teilnahme an einem kapitalgedeckten Rentensystem stark vom Einkommen ab. Bei den Beziehern von 4.000 Euro und mehr gaben 38 Prozent an, dass sie Beiträge an den Fonds leisten würden. Mit sinkendem Einkommen fällt die Bereitschaft stetig ab, sodass sich bei Einkünften unter 1.000 Euro nur noch 21 Prozent dazu bereit erklären. 

Widerspruch gegen den Staatsfonds verzeichnet das DIA insbesondere bei den Anhängern der AfD. In allen anderen Wählergruppen würde nämlich jeweils eine relative Mehrheit dort ihr Geld einzahlen.

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