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Aktualisiert am in VersicherungenLesedauer: 7 Minuten

Rentenreform Was die Bundesregierung bei der Altersvorsorge plant

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„Abwarten keine Option“

Doch auch Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten vermisst klare Konturen, was die Zukunft der staatlich geförderten Privatrente angeht: „Wir stehen vor der großen Entscheidung, wie es mit der Altersvorsorge angesichts der alternden Gesellschaft weitergehen soll. Es geht darum, eine Richtung vorzugeben. Die Politik ist gefordert, mehr denn je“, lautet sein mahnender Appell.

Axel Kleinlein, Bund der Versicherten

Ähnlich wie so mancher Sparmuffel hierzulande dürften sich auch die Politiker nicht länger um den entscheidenden Entschluss drücken. Um das zu verdeutlichen, verwendet der Mathematiker Sprachbilder: „Beim Thema Altersvorsorge stehen wir an einer Weggabelung und müssen einen Pfad einschlagen. Wenn man stattdessen zu lange stehen bleibt, wird es dunkel und immer schwerer, einen Weg zu finden. Abwarten ist keine Option.“ Darin sei er sich mit vielen Chefs aus der Assekuranz ausnahmsweise einig.

Grafik: DAS INVESTMENT

Kapital muss garantiert werden

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Als neutrale Lotsen zur rentenpolitischen Routenplanung haben jetzt die Analysten der Aachener Beratungsgesellschaft Zielke Research Consult skizziert, wie die Zusatzrente der Zukunft konkret aussehen könnte. Reformbedarf erkennt Geschäftsführer Carsten Zielke vor allem bei den Auflagen für die staatlichen Zulagen, die in ihrer jetzigen Form nur noch für Eltern und Geringverdiener überlegenswert erscheinen.

„In Zeiten der Niedrig- oder gar Negativzinsen hat die Riester-Rente ausgedient“, lautet sein Fazit. Denn das Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz schreibt zwingend vor, das angesparte Kapital voll zu garantieren. Diese starre Regel sei im Jahr 2001 zwar in guter Absicht zum Schutz der Verbraucher beschlossen worden. Doch neun EZB-Leitzinssenkungen binnen zehn Jahren später wirke sie wie aus der Zeit gefallen.

Realwertverlust wegen Garantie

„Versicherer müssen das Geld in festverzinsliche Papiere investieren, um das Kapital zu erhalten“, erklärt Zielke. Doch das führe heute zu sicheren Realwertverlusten beim Kunden, so der promovierte Versicherungsökonom weiter. Wie es aus Rendite-Sicht besser gehe, zeige das im Bundestagswahlkampf 2021 oft zitierte Vorbild des schwedischen Pensions-Aktienfonds AP7. Managerin Ingrid Albinsson investiert das Fondsvermögen von umgerechnet rund 80 Milliarden Euro global in Standardwerte wie Apple und Microsoft.

Auf unterschiedliche Anlageklassen ist dagegen das Volumen des britischen Vorsorgefonds Nest verteilt (siehe Grafik). In Aktien steckt knapp die Hälfte der umgerechnet mehr als 11 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Deutschlands Lebensversicherer kommen auf eine Aktienquote von 4,3 Prozent.

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