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Bundesweite Brandstatistik Im hohen Norden herrscht höchste Feuergefahr

Der Index für Feuerschäden liegt in Schleswig-Holstein bei 147 und damit rund 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern und Lüneburg mit Indexwerten von 135 beziehungsweise 132. Das geht aus regionalen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, der so erstmals die Feuergefährdung für ganz Deutschland ausgewertet hat.

Deutliches Nord-Süd-Gefälle

Der GDV ermittelt die Feuerschäden pro Regierungsbezirk beziehungsweise Bundesland und setzte den Schadenaufwand ins Verhältnis zur Versicherungssumme der Wohngebäude-Policen in der jeweiligen Region. Während im Norden die Feuergefahr am höchsten ist, geht das Risiko nach Süden hin deutlich zurück. In den bayerischen Regierungsbezirken Mittelfranken, Schwaben und Oberbayern ist die Feuergefahr im Vergleich zu den nördlichen Regierungsbezirken nur etwa halb so groß.

Die Feuergefahr in den Regierungsbezirken in Hessen (Darmstadt, Gießen und Kassel) und in Baden-Württemberg (Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen) liegen etwas unter dem Bundesdurchschnitt, das Saarland, Berlin und Brandenburg liegen leicht darüber. In den ostdeutschen Bundesländern liegt der Schadenindex nur in den sächsischen Regierungsbezirken unter 100. Am besten schneidet Leipzig (91) ab.

Feuerschäden werden teurer

Jährlich zählen die Wohngebäudeversicherer deutschlandweit rund 200.000 Feuerschäden - im Schnitt kommt es also etwa alle drei Minuten zu einer Schadenmeldung. Die Kosten summierten sich im vergangenen Jahr nach vorläufigen Schätzungen auf rund 1,2 Milliarden Euro, ein Anstieg um 150 Millionen Euro im Vergleich zu 2017.

Während die Zahl der Schäden 2018 konstant blieb, erhöhte sich der Aufwand für einen durchschnittlichen Schaden um rund 700 Euro auf geschätzt 5.730 Euro, berichtet der Branchenverband der deutschen Assekuranz weiter. Insgesamt leisteten die Wohngebäudeversicherer im vergangenen Jahr demnach rund 6,1 Milliarden Euro.

„Unwissenheit und Leichtsinn“

Unabhängig von der Region sind nach Angaben des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung Elektrizität (33 Prozent) und menschliches Fehlverhalten (17 Prozent) die häufigsten Brandursachen. Daneben gibt es aber auch regionale Unterschiede.

„Während im Norden Brandstiftungen eine größere Rolle spielen, bereiten Blitz- und Überspannungsschäden im Süden Probleme“, sagt Oliver Hauner, Leiter Sach- und Technische Versicherung, Schadenverhütung und Statistik beim GDV.

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