Quelle: Jens Lumm / photocase.com

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Burnout-Studie: Alleinerziehende weit vor EU-Finanzministern

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Immer mehr Menschen brechen unter dem Druck, in kürzester Zeit immer mehr und komplexere Aufgaben bewältigen zu müssen, zusammen. Besonders in der Finanzbranche ist das oft der Fall. „Wenn es so weitergeht, wird Burnout in fünf bis sieben Jahren die Krankheit Nummer eins sein“, sagt Klaus Grünewald, Fachbereichsleiter Banken und Versicherungen bei der Gewerkschaft Verdi.

In der Bevölkerung hingegen zählen Bankenchefs nicht unbedingt zu den besonders Burnout-gefährdeten Berufsgruppen. Wie eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern ergab, sehen nur 3,4 Prozent der Deutschen bei den Vorstandsvorsitzenden von Banken die Gefahr, einen Zusammenbruch zu erleiden.

Börsenhändler auf Platz vier

Deutlich mehr Stress lastet demnach auf Ärzten in der Notaufnahme, die mit 23,5 Prozent die Liste der Berufe mit der höchsten Burnout-Wahrscheinlichkeit anführen. Knapp dahinter folgen alleinerziehende Hausfrauen mit drei Kindern (21,6 Prozent) und Lehrer in der Mittelstufe (13,2 Prozent). Auf Platz vier landen mit 4,3 Prozent die Börsenhändler.

Am wenigsten Burnout-gefährdet sind laut den Umfrageteilnehmern Jobvermittler beim Arbeitsamt (1,2 Prozent) und Fußballtrainer in der Bundesliga (2,7 Prozent). Die EU-Finanzminister schaffen es trotz der Euro-Krise auf Platz drei der zehn Berufe mit der geringsten Gefahr auszubrennen (2,9 Prozent).

Nur die wenigsten wollen mit Ackermann & Co. tauschen

Auch wenn nur wenige Befragte glauben, dass Vorstandschefs großer Banken besonders Burnout-gefährdet sind, können sich die meisten (65 Prozent) nicht vorstellen, mit ihnen zu tauschen. Der Grund ist meist die dennoch als hoch eingeschätzte Arbeitsbelastung: 71 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass der Arbeitsalltag von Top-Managern in der Finanzbranche belastend ist.

Den meisten Druck löst nach Einschätzung der Bevölkerung die Verantwortung für hohe Geldsummen aus (33 Prozent). Danach folgen die Rendite-Erwartungen der Anleger (31 Prozent).

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