BVI begrüßt Investmentänderungsgesetz

Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) ist mit dem Investmentänderungsgesetz zufrieden, das der Bundestag gestern verabschiedet hat. „Der Gesetzgeber stärkt damit den Investmentstandort Deutschland, indem er Bürokratie abbaut und den Weg für innovative Anlageprodukte ebnet“, sagt BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip.

Einen Wehrmutstropfen sieht der BVI im Zillmerungsverbot bei Fondssparplänen. Das Gesetz sieht erstens vor, dass Vermittlerprovisionen bei Sparplänen auf Luxemburger Fonds künftig nicht mehr gezillmert, also gleich zu Beginn des Sparplans, fällig werden dürfen. Bislang galt dieses Verbot nur für in Deutschland aufgelegte Fonds. Der Verband sieht darin einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Kapitallebensversicherungen, bei denen eine Zillmerung möglich ist.

Zweitens soll das Investmentänderungsgesetz neuartige Fondsprodukte fördern. Dazu gibt es künftig die Gruppe der Sonstigen Sondervermögen, die von den Anlagefreiheiten zwischen klassischen Investmentfonds und Single-Hedge-Fonds liegen sollen. So dürfen sie beispielsweise direkt in Edelmetalle investieren und bis zu 20 Prozent ihres Vermögens in nicht-börsennotierte Unternehmensbeteiligungen stecken.

Zum Dritten gibt es Änderungen bei offenen Immobilienfonds. Diese haben in Zukunft die Möglichkeit, von der Verpflichtung der täglichen Anteilsrücknahme abzuweichen. Damit reagiert der Gesetzgeber auf die Krise Ende 2005, als Anleger wegen Gerüchten um falsche Immobilienbewertungen scharenweise Geld aus offenen Immobilienfonds abzogen und einige Fonds vorübergehend geschlossen wurden.

Die vierte wichtige Änderung betrifft deutsche Spezialfonds für institutionelle Investoren. Nach dem Gesetz dürfen künftig unbegrenzt viele Institutionen in diese Produkte investieren, bislang sind es höchstens 30. Außerdem dürfen Spezialfonds demnächst auch in andere Spezialfonds investieren, was bisher verboten ist.

Das Gesetz soll am 1. Januar 2008 in Kraft treten. Zuvor muss der Bundesrat zustimmen und der Bundespräsident gegenzeichnen.

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