Die deutsche Fondsbranche hat im ersten Quartal 2025 einen guten Start hingelegt. Nach Angaben des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) flossen den Fondsgesellschaften von Januar bis März netto 42,2 Milliarden Euro zu. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem ersten Quartal 2024, als die Branche lediglich 15,9 Milliarden Euro verbuchen konnte.

Der Löwenanteil der Zuflüsse entfiel mit 32,5 Milliarden Euro auf offene Publikumsfonds. ETFs dominieren das Neugeschäft mit 20,5 Milliarden Euro, was fast zwei Drittel der Zuflüsse bei Publikumsfonds ausmacht. Insbesondere Aktien-ETFs waren mit 15,8 Milliarden Euro Zuflüssen stark gefragt, während aktiv gemanagte Aktienfonds 0,5 Milliarden Euro Abflüsse verzeichneten.

Rentenfonds konnten insgesamt 12,3 Milliarden Euro an Neugeldern anziehen, wobei auch hier ETFs mit 4,4 Milliarden Euro einen signifikanten Anteil ausmachten. Nach anhaltenden Abflüssen seit Mitte 2022 konnten Mischfonds wieder zulegen und verzeichneten Zuflüsse von 2,5 Milliarden Euro.

Die Immobilienfondsbranche bleibt dagegen weiterhin unter Druck. Anleger zogen netto 2,1 Milliarden Euro aus diesen Produkten ab. Diese Entwicklung reflektiert die anhaltenden Herausforderungen im Immobiliensektor, der sich weiterhin in einer Anpassungsphase befindet.

Deutschland führender ETF-Markt

Der BVI implementierte zudem eine neue Erfassungsmethode für ETFs in Zusammenarbeit mit Clearstream. Das in Deutschland gehaltene ETF-Vermögen beträgt nach neuer Zählung 397 Milliarden Euro, davon 321 Milliarden Euro in Aktien-ETFs. Insgesamt wird der deutsche ETF-Markt auf rund 600 Milliarden Euro geschätzt – damit ist Deutschland vor Großbritannien Europas größter ETF-Markt.

Trotz des starken Wachstums bei ETFs bleiben Spezialfonds ein wichtiges Standbein der deutschen Fondsbranche. Ende März verwalteten die Fondsgesellschaften insgesamt 4.559 Milliarden Euro für Anleger in Deutschland (+6,4 Prozent gegenüber Vorjahr, +2,0 Prozent zum Vorquartal). Mit 2.181 Milliarden Euro entfiel fast die Hälfte auf offene Spezialfonds, die sich ausschließlich an institutionelle Anleger richten. Die größten Investorengruppen sind dabei Altersvorsorgeeinrichtungen mit 776 Milliarden Euro und Versicherer mit 522 Milliarden Euro.

Offene Publikumsfonds kamen auf ein Volumen von 1.653 Milliarden Euro, während auf Mandate 662 Milliarden Euro und auf geschlossene Fonds 63 Milliarden Euro entfielen.

Der BVI zeigt sich angesichts der Zahlen optimistisch für das laufende Jahr. Die starken Mittelzuflüsse im ersten Quartal seien ein Zeichen für das wiedergewonnene Vertrauen der Anleger in Fondsprodukte.