Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI

Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI

BVI-Statistik 2012: Höchster Absatz seit Einführung der Spezialfonds

„2012 war ein gutes Jahr“, erklärt der BVI. Unter dem Strich vertrauten Anleger der Investmentwirtschaft 103 Milliarden Euro zusätzlich an. Institutionelle Anleger investierten netto rund 75 Milliarden Euro in Spezialfonds. „Das ist der höchste Absatzerfolg seit Einführung der Spezialfonds 1990“, so der BVI.

Publikumsfonds sammelten fast 25 Milliarden Euro ein

In Mandate außerhalb von Investmentfonds flossen weitere 3 Milliarden Euro. Publikumsfonds sammelten 24,6 Milliarden Euro ein, nachdem sie im Vorjahr noch Abflüsse von 15,3 Milliarden Euro verzeichnet hatten.

Besonders beliebt waren dabei Rentenfonds: 31,9 Milliarden Euro netto flossen in diese Anlageklasse. offene Immobilienfonds sammelten netto 2,9 Milliarden Euro ein. Aus Aktienfonds hingegen zogen Anleger 4,6 Milliarden Euro ab.

Insgesamt erreichte das von der deutschen Investmentwirtschaft verwaltete Vermögen zum Jahresende 2012 mit 2,04 Billionen Euro einen neuen Höchststand. 1,3 Billionen Euro verwalten die Gesellschaften ausschließlich für institutionelle Anlager. Davon entfallen 982 Milliarden Euro auf Spezialfonds und 325 Milliarden Euro auf Vermögen außerhalb von Investmentfonds. In Publikumsfonds sind 730 Milliarden Euro angelegt.

Insgesamt wuchsen die Assets under Management im vergangenen Jahr um mehr als 14 Prozent.

BVI fordert mehr Augenmaß und Zielgenauigkeit bei Regulierung Unterdessen kritisiert der BVI mehrere Regulierungsvorhaben seitens der Politik und mahnt zu „mehr Augenmaß und Zielgenauigkeit“ bei der Regulierung. Insgesamt über 30 Gesetzgebungsinitiativen beschäftigte der Verband nach eigenen Angaben 2012 mit dem Ziel, eine Überregulierung zu vermeiden.

„Die Regulierungspläne gefährdeten zeitweise ganze Geschäftsfelder im Asset Management“, erklärt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. Als Beispiele nennt Richter die geplante Abschaffung von Spezialfonds, offenen Immobilienfonds und der Provisionsberatung für Wertpapiere.

Aus der BVI-Sicht brachte das Jahr 2012 jedoch auch regulatorische Verbesserungen für die Fondsbranche. Als Beispiel nennt der Verband das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), das Anpassungen im Investmentsteuergesetz Pension-Pooling auch in Deutschland erlaubt. Außerdem sollen künftig international tätige Konzerne die Altersvorsorgegelder ihrer Mitarbeiter aus unterschiedlichen Ländern ohne steuerliche Nachteile zentral in einem Vehikel in Deutschland bündeln können.

„Auch 2013 wird die deutsche Investmentwirtschaft angesichts der Regulierungsflut stark gefordert sein“, so der BVI weiter. Die Schwerpunkte auf der Agenda der kommenden Monate werden die Regelungen des KAGB zu offenen Immobilien-Publikumsfonds (OIF), die Diskussion über Schattenbanken und das Hochfrequenzhandelsgesetz sein.

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