BVI zur EU-Bankenregulierung: Fonds sind keine Schattenbanken

//
Laut einer Studie des internationalen Finanzstabilitätsrates hat sich der Markt der Schattenbanken zwischen 2002 und 2010 verdoppelt und wuchs auf geschätzte 46 Billionen Euro an. Da dieses gewaltige Geschäftsfeld weitestgehend unkontrolliert ist, sieht die EU-Kommission in ihm eine Bedrohung für die Finanzstabilität. Der EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier schlug kürzlich vor, die EU-Bankenregulierung auf Schattenbanken auszuweiten.

Bei Schattenbanken wird zunächst zwischen legalen und illegalen Unternehmen unterschieden.

Als legale Schattenbanken gelten unter anderem zugelassene Unternehmen, die zwar keine Banken sind, aber trotzdem Finanzgeschäfte tätigen. Diese Unternehmen können Kredite aufnehmen und Darlehen vergeben, fallen aber nicht unter die Bankaufsicht.

Andere Schattenbanken leiten vom Konkurs bedrohte Firmen und arbeiten an der Kreditvergabe mit.

Eine weitere große Bedeutung hatten Schattenbanken als Tochterunternehmen von normalen Banken. Die Muttergesellschaften gründeten diese Schattenbanken als Zweckgesellschaften, unter anderem, um Eigenkapitalregeln zu unterwandern. Im Zuge der Subprime-Krise zeigte sich, dass kaum kalkulierbare Risiken von diesen Tochtergesellschaften ausgingen. Als Folge mussten die Muttergesellschaften die Risiken wieder in ihre Bilanzen aufnehmen.

Zu den illegalen Schattenbanken zählen Unternehmen, die rechtswidrige Geldgeschäfte betreiben. Auf diesem Schwarzmarkt geht es insbesondere um Geldwäsche und den Handel mit gefälschten Wertpapieren.

Im Moment entstehen vermehrt legale Schattenbanken, also normale Unternehmen, die vornehmlich Finanzgeschäfte betreiben. Der Grund hierfür ist, dass etliche Finanzakteure vor den neuen, strengeren Finanzmarktvorschriften fliehen. Insbesondere diese Akteure will die EU mit der Ausweitung der Bestimmungen besser kontrollieren.

Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) befürwortet die Regulierung von Schattenbanken. Gleichzeitig stellt er klar, dass Geldmarktfonds und ETFs, die in dem EU-Bericht als Produkte von Schattenbanken dargestellt wurden, keine Schattenbanken seien und bereits ausreichend reguliert werden.

Diese Produkte unterliegen den gleichen Vorschriften wie andere Fonds auch, so der BVI. Die meisten ETFs seien zum Beispiel als richtlinienkonforme Sondervermögen (OGAW) zugelassen und reguliert. „Einen Mangel an Regulierung kann unsere Branche wahrlich nicht beklagen“, so Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. Deshalb warnt er davor, die Regulierung der Schattenbanken mit der Kontrolle der Investmentfonds zu verwechseln.

Mehr zum Thema
Mifid II - die Pläne der EU-Kommission Studie: Nächste Finanzkrise kommt spätestens 2015 Brüssel hat neue EU-Richtlinie für Finanzvertrieb im Blick