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BVZL: Drastische Einbrüche beim LV-Zweitmarkt

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2008 stornierten die Kunden von deutschen Lebensversicherern Policen im Wert von etwa 12,1 Milliarden Euro. Davon kauften die BVZL-Mitglieder Verträge mit einem Volumen von rund 500 Millionen Euro an. 2007 lag der Wert noch bei 1,4 Milliarden Euro. Ursache war einerseits die Finanzkrise: „Monatelang war nicht klar, inwieweit auch deutsche Versicherungsunternehmen in die US-Subprime verstrickt waren, beziehungsweise wie sich die Verluste auf die Überschussbeteiligungen auswirken“, so Laumont. „Deshalb hielten sich Investoren auf breiter Front zurück, und damit waren die Weiterleitungskanäle für Zweitmarkt-Policen geschlossen.“ Das wiederum habe die Aufkäufer gezwungen, den Policenkauf stark zurückzufahren. Die Finanzkrise sorgte außerdem für steigende Zinsen – Gift für den LV-Zweitmarkt, da die Policenhändler die Verträge der Versicherungskunden zum Großteil auf Pump kaufen. Dabei machen sie mehr Gewinn, je größer die Spanne zwischen der Rendite der Lebensversicherungen und den Finanzierungskosten bei der Bank ist. Stellschrauben für den Gewinn sind etwa eine höhere Überschussbeteiligung oder die Höhe der Kreditzinsen. Je höher letztere sind, desto niedriger ist die Gewinnmarge und desto weniger Sinn macht es, die Policen im eigenen Handelsbestand zu halten. Auch bei den Endkunden, den Käufern der Anteile geschlossener LV-Zweitmarktfonds lief es nicht rund. Sie waren zum einen durch die Finanzkrise vorsichtiger bei Investments in Produkte wie geschlossene Fonds. Zum anderen streute die Schließung der drei Lebensversicherungs-Fonds des Emissionshauses König & Cie. weitere Verunsicherung. Dementsprechend gingen auch hier die Zahlen zurück. Das durch die BVZL-Mitglieder bei Privatanlegern platzierte Eigenkapital lag im vergangenen Jahr bei 24 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 60 Millionen Euro. Der Ausblick für 2009 ist dementsprechend verhalten. Impulse könnten nach Ansicht des BVZL Konstrukte bieten, die ein direktes Investment in gebrauchte LV-Policen ermöglichen. Der Anleger könnte sich aus einem Pool an Versicherungen einen Vertrag der für ihn besten Gesellschaft mit einer geeigneten Laufzeit aussuchen, darunter etwa auch ältere Policen, die noch eine garantierte Verzinsung von 4 Prozent bieten (derzeit liegt der Garantiezins bei 2,25 Prozent). Zur Attraktivität beitragen dürfte dabei, dass die Käufer der Policen seit der Steuerreform den Kaufpreis steuerlich geltend machen können. Sie müssen also nur den Nettoertrag mit dem Pauschalsatz von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer versteuern.

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