Leo Willert, Fondsmanager und Entwickler des Arts-Handelssystems (Foto: Manfred Köttner)

Leo Willert, Fondsmanager und Entwickler des Arts-Handelssystems (Foto: Manfred Köttner)

C-Quadrat Arts Total Return Fonds

Die Fonds mit dem technischen Handelssystem

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In den 90er Jahren arbeitete Leo Willert noch in der PR-Branche. Ein Faible für Handelssysteme hatte der Österreicher aber schon damals. Das reichte so weit, dass er regelmäßig in die USA flog, um beim Trading-Coach Van Tharp seine Kenntnisse zu vertiefen.

Nebenbei bastelte er an einem technischen Modell, mit dem er sein eigenes Geld verwaltete. 2003 machte er seine Leidenschaft zum Beruf, gründete Arts Asset Management und startete zusammen mit der Wiener Fondsgesellschaft C-Quadrat seine ersten Fonds.

Arts steht für Absolute Return Trading Solutions. Herzstück der Asset-Management-Gesellschaft ist Willerts fondsbasiertes technisches Handelssystem – ein Trendfolgemodell, nach dem heute mehr als 2 Milliarden Euro gemanagt werden.

Nicht Willert oder seine Kollegen entscheiden, was für die Dachfonds gekauft wird, sondern der Computer. Und dessen Signale schalten auf Grün, wenn sich ein Aufwärtstrend in einem Markt etabliert hat.

Schwächt sich der Trend ab oder dreht gar ins Negative, gibt es Verkaufssignale. Jede Woche wird die Allokation der Fonds überprüft. Im ersten Schritt geht es um die Gewichtung der Asset-Klassen. Wichtig ist Willert, dass die Systemregeln einfach sind. Wie sich die Aktienquoten in den einzelnen Fonds verändern, hängt zum Beispiel lediglich an der Entwicklung des MSCI World.

Im zweiten Schritt werden dann die Regionen und Branchen allokiert. In 56 Ländern und Regionen sowie 14 Branchen mit 70 Sektoren versucht das System, Trends aufzuspüren.

Ein wichtiger Teil des Arts-Systems ist eine umfangreiche Datenbank, die Informationen zu rund 10.000 Investmentfonds und mehr als 800 ETFs enthält und mehrmals täglich aktualisiert wird. Nach einem mathematischen Algorithmus werden die Daten über mehrere Zeitfenster verglichen. Ziel ist es, die Fonds mit den stabilsten Trends herauszufiltern.

In der Krise bewiesen


Zu den Produkten der ersten Stunde zählen der Mischfonds Arts Total Return Balanced und der Rentenfonds Arts Total Return Bond. Sie wurden im November 2003 aufgelegt. Willert orientiert sich bei beiden Fonds an keiner Benchmark, sondern versucht, längerfristig in jeder Markphase einen positiven Ertrag zu erzielen.

Der Arts Total Return Balanced kann jeweils bis zu 100 Prozent in Anleihen oder in geldmarktnahe Instrumente investieren. Die Aktienquote darf bis zu 50 Prozent betragen. Sie wird, wie bei Arts üblich, durch Zielfonds dargestellt, Einzelaktien kann Willert aber beimischen.

Das Startdatum des Fonds war im Rückblick geradezu ideal gewählt. Die Aktienmärkte marschierten nach der langen Abwärtsphase nach oben, und die Aktienquote lag in den ersten Jahren meist nahe der Maximalgrenze. Erst mit der Finanzkrise konnte das System zeigen, dass es ihm tatsächlich gelingt, Verluste einzugrenzen.

2008 fiel der Mischfonds nur um 5,8 Prozent. Der maximale Verlust seit Auflage liegt bei minus 11,2 Prozent. Seit Ende 2012 befindet sich die Aktienquote wieder konstant bei fast 50 Prozent. Einzige Ausnahme: 2013 – als Ben Bernankes Tapering-Ankündigung die Aktien- und Rentenmärkte einstürzen ließ – fiel sie kurzfristig, zusammen mit der Anleihequote, steil nach unten.

Gar keine Aktienquote gibt es beim Arts Total Return Bonds. Der Dachfonds kann das gesamte Vermögen in Anleihe-Zielfonds investieren, aber auch bis zu 100 Prozent im Geldmarkt bleiben. Der Fonds hat sämtliche Anleihesegmente auf dem Radar.

Zurzeit zeigt das System die stärksten Trends für Schwellenländeranleihen. Rund 40 Prozent des Fondsvolumens sind dort investiert. Gute Performance brachten dem Fonds in den vergangenen Monaten auch europäische High-Yield-Zielfonds.

Seit Auflage 2003 legte der Fonds pro Jahr um 5,3 Prozent zu, bei einer Volatilität von 3,8 Prozent. Seine stärkste Phase war die Erholung nach den schwierigen Jahren 2007 und 2008. Im Folgejahr schaffte er ein Plus von 28 Prozent.

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