Candriam-Robotics-Manager Johan Van Der Biest „China holt rasant auf“

„Mister Robotics“ beim Fondsanbieter Candriam: Johan Van Der Biest | © Candriam

„Mister Robotics“ beim Fondsanbieter Candriam: Johan Van Der Biest Foto: Candriam

Die Rendite Ihres Fonds beträgt seit Auflage knapp 30 Prozent pro Jahr. Welche Investments haben den größten Teil beigesteuert?

Johan Van Der Biest: Den größten Teil haben Salesforce.com, Adobe, Microsoft, PTC, Nvidia und der US-amerikanische Chip-Entwickler AMD zur Rendite des Fonds geliefert.

Und wie beständig werden diese Zuwächse sein?

Van Der Biest: Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Im Allgemeinen sehen wir die aktuelle Korrektur an den Aktienmärkten jedoch eher als Chance, unser Engagement schrittweise zu erhöhen. Die Wachstumstreiber sind nach wie vor fest verankert.

Welche Entwicklungen zählen für Sie dazu?

Van Der Biest: Die Alterung der Bevölkerung und der Rückgang der Erwerbstätigen werden eine weitere Automatisierung und Robotisierung notwendig machen. Der zweite Treiber ist die technologische Entwicklung, die immer mehr an Fahrt aufnimmt und viele neue Technologien und Anwendungen auf den Markt bringen wird, z.B. 5G, autonomes Fahren, Künstliche Intelligenz, Big Data, neuartige Roboter. Das wird die zukünftige Nachfrage weiter antreiben. Der Handelskrieg zwischen den USA und China, das globale Wirtschaftswachstum oder auch die Zinspolitik können kurzfristig gesehen natürlich immer auch Auswirkungen auf den gesamten Sektor haben.

Warum haben hat der Fonds mit so einem gefragten Thema bislang nur gut 200 Millionen Euro Volumen?

Van Der Biest: Die gesamte Robotikstrategie beläuft sich zum Ende September auf 813 Millionen US-Dollar. Diese umfasst die Strategien Belfius Equities Robotics and Innovative Technology (553,8), Candriam Equities L Robotics and Innovative Technology (243,2) sowie institutionelle Mandate (16,0). Diese drei Strategien haben identische Portfolios und Wertentwicklungen. Der Candriam Equities L Robotics Fonds ist in der Tat ziemlich klein, insbesondere im Vergleich zu einigen der anderen Robotics-Fonds. Der Hauptgrund ist sicherlich das noch vergleichsweise junge Alter, schließlich wurde er erst am 24. März 2017 gelauncht, während andere Robotics-Fonds schon früher aufgelegt wurden. Darüber hinaus haben wir eine Weile gebraucht, um 100 Millionen an Assets zu überschreiten – eine Schwelle, die für die meisten institutionellen Anleger ausschlaggebend ist. Die meisten institutionellen Investoren benötigen zudem einen Track Record von mindestens einem Jahr. Diese beiden Bedingungen wurden Ende März 2018 erfüllt. Seitdem hat sich das Fondsvolumen mehr als verdoppelt, obwohl die zugrunde liegenden Märkte recht volatil waren.