Themen-Experte
Verantwortung für die Zukunft

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Shopping mit Maske in New York: In der US-Metropole, die im Februar und März stark von der Pandemie betroffen war, blieb die Zahl der Neuinfektionen zuletzt niedrig – viele Geschäfte und Kultureinrichtungen haben wieder geöffnet. Foto: imago images / Levine-Roberts

Candriam zur aktuellen Wirtschaftslage

Märkte zwischen Hoffen und Bangen

Die Märkte befinden sich nach wie vor in einer Ausnahmesituation – gefangen zwischen der Hoffnung auf einen Impfstoff und der Furcht vor einer zweiten Corona-Welle im Herbst. Auch wenn die Wirtschaftsindikatoren bislang stabil bleiben, verunsichern die vielerorts geltenden Corona-Beschränkungen die Investoren. Es bleibt zu hoffen, dass die Liquiditätsschwemme und der schwächere US-Dollar die Stimmung an den Märkten verbessern.

Wirtschaftsindikatoren deuten auf Erholung

Trotz Corona-Pandemie sind die Wirtschaftsdaten, insbesondere in den USA, weiterhin solide. Aber Europa holt auf. Dort hat sich die wirtschaftliche Erholung beschleunigt. Auf der ganzen Welt lassen Konjunkturbarometer wie der Einkaufsmanagerindex eine positive Entwicklung erwarten. In Europa stehen die Zeichen auf Zuversicht. Chinas Wirtschaft könnte bis Ende des Jahres sogar ihr Vorkrisenniveau erreichen.

Zentralbanken und Regierungen stützen mit Liquiditätsspritzen und Konjunkturmaßnahmen die Wirtschaft. In den USA sorgt die bevorstehende Präsidentschaftswahl für schwierige Verhandlungen um weitere Rettungspakete – Regierung und Opposition werden jedoch handeln müssen.

Positiver als befürchtet fiel die Berichtssaison für das zweite Quartal des Jahres aus. Vor allem die hohen Gewinne der Technologiefirmen überraschten. Auch die Gewinnprognosen lassen hoffen – sie fallen besser aus als in der globalen Finanzkrise 2008.

Epidemie hält die Welt weiter in Atem

Dennoch ist die Epidemie noch nicht ausgestanden. In den USA ging die Zahl der Corona-Fälle zwar zuletzt leicht zurück. Das gilt ebenso für die Krankenhausaufenthalte von Covid-19-Patienten. Am stärksten betroffen sind von den Infektionen derzeit jüngere Menschen, bei denen ein schwerer Krankheitsverlauf seltener vorkommt.

In Europa verzeichnen einige Länder aber erneut einen Anstieg der Infektionen. Drei Gründe sind dafür verantwortlich: die wachsende Zahl der Tests, die Touristenströme in den Sommermonaten und die nachlassende Wachsamkeit – vor allem bei der jungen Generation. Einige Länder oder Regionen haben bereits wieder Beschränkungen eingeführt. Da sich nun vermehrt jüngere Menschen mit dem Virus infizieren, ist die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Frühjahr jedoch nach wie vor niedrig.

Bei der Einschätzung, wie sich die Lage in den Wintermonaten weiterentwickelt, könnte ein Blick nach Australien helfen. Das Land überschritt kürzlich die Marke von 25.000 Fällen seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sank aber zuletzt leicht. Einige Schwellenländer, darunter Indien, Brasilien und Peru, sind nach wie vor stark von Covid-19 betroffen. Dort ist nicht mit einer raschen Entspannung der Lage zu rechnen.

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