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Folgen der SEC-Entscheidung
Warum das Go für Bitcoin-ETFs so bedeutend für die Kryptowelt ist
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Folgen der SEC-Entscheidung Warum das Go für Bitcoin-ETFs so bedeutend für die Kryptowelt ist

Smartphone mit Bitcoin-Logo vor dem Logo der SEC
Smartphone mit Bitcoin-Logo vor dem Logo der SEC: Die US-Aufsichtsbehörde hat nach langem Zaudern nun Spot-ETFs auf Bitcoin für zulässig erklärt. | Foto: Imago Images / SOPA Images

In der Vergangenheit hat die SEC wiederholt Anträge auf Zulassung eines Bitcoin-Spot-ETF abgelehnt - mit Verweis auf mangelnde Überwachung des Handels sowie die Gefahr von Manipulationen. Nach spektakulären Irrungen und Wirrungen rund um die Genehmigung wurden in der vergangenen Woche  nun gleich elf Bitcoin-ETFs zum Handel zugelassen.

Für die Finanzindustrie ist das ein historischer Schritt: Innerhalb des ersten Handelstages wurden bereits Anteile im Wert von rund 4,6 Milliarden US-Dollar gehandelt. Erstmals steht mit einem Bitcoin-ETF ein regulierter, institutioneller Zugang für breite Anlegerkreise in den USA bereit. Damit können nun auch Pensionsfonds, Versicherer und Stiftungen simpel und sicher in Bitcoin investieren. Die neue Struktur ersetzt bisherige, teils intransparente und risikoreichere Investitionsmöglichkeiten.

 

In Deutschland und Europa erfreuen sich ähnliche Produkte bereits seit geraumer Zeit zunehmender Beliebtheit bei Anlegern und Investoren. Für Banken und Finanzdienstleister bieten sie einen ersten möglichen Einstieg im Umgang mit Kryptowerten.

Historischer Wendepunkt für Kryptowährungen

Die Zulassung eines Bitcoin-Spot-ETF durch die SEC signalisiert die Sichtweise der Aufsichtsbehörde, dass das Ökosystem mittlerweile ausreichende Überwachungsstrukturen und einen ausgeprägten Anlegerschutz entwickelt hat, um frühere Bedenken bezüglich Manipulationen auszuräumen. SEC-Chef Gary Gensler steht im Ruf, ein Kritiker der Kryptosphäre zu sein – in der Vergangenheit hat er oft auf die Risiken für Privatinvestoren verwiesen. Auch die Deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) warnte unlängst vor Krypto-ETFs.

Mit den jüngsten Entscheidungen der SEC dürften Kryptowährungen nun allerdings ihren „Moment of legitimacy“ erfahren. Nicht nur gewinnt diese junge Asset-Klasse in der öffentlichen Meinung an Zuspruch, auch innerhalb der Finanzbranche dürfte die Entscheidung Kritiker  aufhorchen lassen. Für bislang zögerliche Institute könnte nun der Moment gekommen sein, auf den Zug aufzuspringen.

Der Bitcoin – und mit ihm die Asset-Klasse Krypto – wird in der Zusammensetzung von Anlegerportfolios in Zukunft ohne Zweifel eine größere Rolle spielen. Mit dem aktuellen Schritt wird also auch eine Verschiebung innerhalb der Branche stattfinden, weg von unregulierten Börsen- und Wallet-Anbietern hin zu den etablierten Granden der Finanzindustrie.

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Sicherer Zugang für Millionen Kunden

Nun ist der Weg frei für einen regulierten und sicheren Zugang einer breiten Anlegerschicht zu Bitcoin über ihre bestehenden Anlagekonten. Die Genehmigung öffnet die Schleusen für Millionen neuer Investoren in den USA, die über ihre bestehenden Brokerage-Konten und steuerbegünstigten Vehikel wie 401ks und IRAs Zugang zu Bitcoin erhalten – ganz ohne technisches Know-how oder eigene Wallet.

In den vergangenen Monaten haben wir bereits einen starken Anstieg des Interesses von institutionellen und privaten Anlegern gesehen, die zuvor nicht in der Lage oder nicht gewillt waren, Kryptowährungen direkt zu halten. Zu erwarten ist nun ein Rennen der Anbieter um erste Marktanteile in diesem Markt, der für die traditionelle Finanzbrache noch jung ist.

 

Für aktive Anleger dürften Liquidität und Spreads der entscheidende Faktor bei der Fondswahl sein. Für Buy-and-Hold-Investoren dagegen dürften die Gebühren den Ausschlag geben. Die breite Auswahl an nun zugelassenen ETFs und die Konkurrenz im Markt haben bereits zu attraktiven Konditionen für Anleger geführt. Ob die Bitcoin-ETFs wirklich ein lohnendes Produkt für institutionelle Investoren darstellen, wird sich erst noch zeigen müssen.

In Europa und Deutschland bereits etabliert

Ohne Zweifel sind die USA der Taktgeber der globalen Finanzmärkte; Entscheidungen der SEC besitzen globale Signalwirkung. Gerade in Deutschland aber auch im Rest Europas gibt es jedoch bereits seit geraumer Zeit eine Vielzahl sogenannter Crypto Exchange-Traded Notes, kurz ETNs. Diese Produkte ermöglichen Anlegern, indirekt an der Kursentwicklung einzelner oder mehrerer Kryptowährungen teilzuhaben. Die zehn größten Bitcoin-ETPs/ETNs in Europa kommen derzeit zusammen auf eine Marktkapitalisierung von etwa 2,5 Milliarden Euro.