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Promotion-Veranstaltung von „The Crown“, einer Serie des Streaming-Anbieters Netflix, in Hollywood: Anleger können vom Netflix-Abonnentenwachstum außerhalb der USA langfristig profitieren. | © Getty Images

Capital Group Potenziale von Streaming- und Internetdiensten ausschöpfen

Christophe Braun, Investment Director der Capital Group

Die Kapitalmärkte neigen dazu, Gewinnmitteilungen und Quartalszahlen als nahezu wertvollstes Gut zu betrachten. Als sowohl der Streaming-Anbieter Netflix als auch die Google-Holding Alphabet im Juli 2019 ihre Quartalszahlen vorlegten, reagierten sie unterschiedlich. Dabei hatten sich die Fundamentaldaten für Anlagen in beiden Unternehmen nicht wesentlich geändert.

Netflix-Abonnenten sorgen außerhalb der USA für Wachstum

Auf Netflix’ Gewinnmitteilung reagierte der Markt enttäuscht. Das US-Unternehmen hatte im zweiten Quartal 2019 lediglich 2,7 Millionen neue Abonnenten weltweit gewonnen. Dieser Wert liegt deutlich unter den vorab in Aussicht gestellten 5 Millionen neuen Nutzern. Zwar nannte Netflix für diese Kluft keinen Grund. Das schwächere Ergebnis dürfte jedoch mit Preiserhöhungen und dem Programmangebot im saisonal schwächsten Quartal zwei zusammenhängen. Außerdem könnte das starke Vorquartal mit einem ausgeprägten Kundenwachstum darauf deuten, dass Vertragsabschlüsse vermutlich vorgezogen wurden.

Obwohl die Märkte mit einem um 12 Prozent sinkenden Aktienkurs reagierten, sollten die schwachen Zahlen nichts an einer positiven Sicht auf den aufstrebenden Video-on-Demand-Markt ändern. Die Faktoren, die für die schwachen Zahlen verantwortlich waren, dürften sich in den nächsten Quartalen umkehren.

Aber der Reihe nach: Die Abonnentenzahl wird laut Netflix-Schätzungen im dritten Quartal 2019 offenbar höher ausfallen als im Referenzzeitraum des Vorjahres. Die Umsätze haben im Vorjahresvergleich um 26 Prozent und um 4 Prozentpunkte gegenüber dem ersten Quartal zugelegt. Zudem hat der Streaming-Anbieter das 13-Prozent-Ziel für die operative Marge im laufenden Geschäftsjahr nicht geändert; es liegt 2019 um drei Prozent über dem Ergebnis des Jahres 2018.

Der zuletzt schwächere Anstieg der Abonnentenzahl hat vermutlich nichts mit einer wachsenden Wettbewerbsintensität zu tun und wäre dann voraussichtlich drastischer ausgefallen. Dass mittlerweile 60 Prozent der Netflix-Abonnenten außerhalb der USA leben und zu mehr als 80 Prozent zum zahlenmäßigen Abonnentenwachstum beitragen, bestätigt Netflix als aufstrebendes multinationales Unternehmen. Dies ist auch wichtig für den Capital Group New Perspective Fund (LUX).

Neue Netflix-Abonnenten (in Millionen User) nach Quartalen

Auf die gesunkenen Neuabonnentenzahlen reagierten die Kapitalmärkte negativ, trotz des insgesamt aufstrebenden Video-on-Demand-Marktes. Quelle: Netflix, Stand 30. Juni 2019.

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