Capital Group So profitieren Anleger von Asiens Mittelschicht

Handshake mit Tennisprofi Novak Djokovic: Tadashi Yanai, Japans reichster Mann (Mitte), will seine Firma Uniqlo zum weltweit größten Modekonzern aufbauen – auch mit Hilfe von Chinas Mittelschicht. | © Getty Images

Handshake mit Tennisprofi Novak Djokovic: Tadashi Yanai, Japans reichster Mann (Mitte), will seine Firma Uniqlo zum weltweit größten Modekonzern aufbauen – auch mit Hilfe von Chinas Mittelschicht. Foto: Getty Images

Ein wesentlicher Teil der asiatischen Mittelschicht entfällt auf China. Trotz der jüngsten Strukturreformen und der Liberalisierung des Finanzmarktes sind die Löhne der chinesischen Mittelschicht gestiegen. Zwar entwickeln sich diese für Fachkräfte und ungelernte Arbeiter mitunter stark auseinander. Trotzdem sind auch die Gehälter der Ungelernten mit etwa 5 Prozent deutlich gestiegen, wenn auch weniger stark als in der Mittelschicht.

Gestiegenes Verbrauchervertrauen

Parallel zu den Löhnen ist auch das Verbrauchervertrauen gestiegen. Da die chinesische Regierung nach eigener Aussage einen Wandel von einer investitions- zu einer konsumgetriebenen Wirtschaft wünscht, sehen wir darin einen wichtigen Langfristtrend.

Verbrauchervertrauen in China:

Starke Marken steigern ihren Marktanteil

Der chinesische Markt ist komplex, wettbewerbsintensiv und für ausländische Unternehmen nicht immer leicht zugänglich. Unsere Analysen zeigen, dass lokale Anbieter multinationale Konzerne oft hinter sich lassen. Zum einen wegen ihrer Wettbewerbsvorteile, zum anderen können sie oft schneller auf Veränderungen der Verbraucherpräferenzen reagieren. Oft gelingt es lokalen Firmen auch besser, Sparten mit Nachholbedarf oder Marktlücken zu erkennen, wenn klassische Produkte oder Dienstleistungen kaum noch Wachstumspotenzial bieten.

Chinesen zahlen mehr für Windeln & Co.

In manchen Bereichen bevorzugen chinesische Verbraucher allerdings internationale Marken, insbesondere dann, wenn Qualität und eine hohe Produktsicherheit gefragt sind. So sind die Chinesen bereit, für Windeln, Babynahrung und Kosmetikartikel ausländischer Hersteller mehr zu bezahlen. Bei ihren Kindern und der Körperpflege geht ihnen Qualität meist über alles. Auch internationale Premiummarken sind in China beliebt. Doch um erfolgreich zu sein, müssen sich Anbieter sehr gut am Markt auskennen.

Wir glauben, dass viele japanische Konsumgütermarken von den steigenden Einkommen der asiatischen Mittelschicht profitieren können. Der japanische Bekleidungshändler Fast Retailing ist mit internationalen Marken wie Uniqlo eine der Top-Positionen unserer Capital Group Japan Equity-Strategie (JPE). Tadashi Yanai, Gründer und Inhaber von Fast Retailing, hat für China sehr ehrgeizige Wachstumsziele ausgerufen. Aktuell entfallen 19 Prozent der weltweiten Umsätze und 28 Prozent des Betriebsergebnisses der Unternehmensgruppe auf China.

Vertriebssteuerung in China-Zentrale verlagert

Um diesen wichtigen Markt besser kennenzulernen, hat Fast Retailing die Vertriebssteuerung vor zwei Jahren in die China-Zentrale verlagert. Und gerade erst wurde beschlossen, bis 2022 jährlich 100 neue Geschäfte zu eröffnen. Durch diese Expansionspläne kann der Umsatz in China um jährlich 20 Prozent und der Gewinn um jährlich 30 Prozent steigen.

Doch auch das Online-Geschäft ist für Fast Retailing enorm wichtig. Entsprechend hat der Konzern eine umfassende Digitalisierungsstrategie aufgelegt, um den Online-Absatz in den nächsten drei bis vier Jahren von 10 Prozent auf 30 Prozent zu steigern.