Capital Group zu Japan Chancen insbesondere bei Small- und Mid-Caps

Japans Premierminister Shinzō Abe setzt sich weiterhin für ein starkes Bruttoinlandsprodukt ein. | © Getty Images

Japans Premierminister Shinzō Abe setzt sich weiterhin für ein starkes Bruttoinlandsprodukt ein. Foto: Getty Images

„Wir denken, dass es für die japanische Wirtschaft nur ein begrenztes Abwärtsrisiko gibt. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass das US-amerikanische Wirtschaftswachstum auf einem guten Niveau bleiben dürfte, auch wenn es wahrscheinlich etwas schwächer ausfallen wird, und dass Chinas Volkswirtschaft nicht signifikant nachgeben sollte“, sagt Akira Fuse, Investmentspezialist bei Capital Group.

Fuse erwartet, dass die Gewinne japanischer Unternehmen weiterhin wachsen werden, wenn auch in etwas geringerer Größenordnung als zuvor. „Die Aktienkurse sind trotz des erwarteten Wachstums der Unternehmensgewinne immer noch nicht sonderlich hoch, weshalb der Ausblick für den japanischen Aktienmarkt insgesamt positiv ist.“

Geringe Abdeckung durch Analysten

„Es gibt vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen attraktive Möglichkeiten. Diese Anlageklasse wird häufig übersehen. Interessant sind vor allem Small- und Mid-Caps, deren Börsenwert ungefähr zwischen einer bis zu drei Milliarden US-Dollar liegt“, erklärt Fuse. Die Investitionschancen ergeben sich aus seiner Sicht auch, weil die Mitglieder des japanischen TOPIX Small Cap Index durchschnittlich nur von zwei Analysten beobachtet würden. Eine Vielzahl von Unternehmen werde kaum von Brokerage-Analysten beachtet.

„Besonders wichtig für den Anlageerfolg ist, dass lokale Research-Teams regelmäßig die Hauptsitze und Fabriken dieser Unternehmen besuchen, um diejenigen zu identifizieren, die kontinuierliches Wachstum in diesem Universum erwarten lassen. Wir sind überzeugt davon, dass dieser Anlagebereich derzeit ein sehr fruchtbarer Boden für Stockpicker ist“, sagt Fuse.

Politische Fortschritte schaffen gutes Investitionsumfeld

Japans Erfolg kommt dabei nicht von ungefähr, er liegt in der Kontinuität begründet: Premierminister Shinzō Abes dritte Amtszeit dauert bis zum Jahr 2021. So lange hat er auch Zeit, seine Reformen umzusetzen. Eines seiner wichtigsten Ziele wird sein, dass das nominale japanische Bruttoinlandsprodukt weiter so stark wächst wie in den vergangenen Jahren. Nur so kann das Haushaltsdefizit abgebaut und gleichzeitig der Lebensstandard gesteigert werden.

Bei der Corporate Governance bleibt aus Sicht von Portfoliomanager Steven Watson zwar noch viel zu tun, doch gab es auch dort beachtliche Fortschritte. „Im März 2018 hat die Tokioter Börse ihren Corporate-Governance-Kodex überarbeitet, und im weiteren Jahresverlauf hat die Financial Services Agency den Stewardship-Kodex für institutionelle Investoren verbessert. Die Richtlinien sind jetzt wesentlich konkreter, und es gibt Anzeichen für dauerhafte Verbesserungen“, sagt Watson.

Öffentliche Pensionsfonds verlangen ebenfalls mehr Rechenschaft von ihren Investmentmanagern, sodass einige von ihnen den Dialog mit den Investoren verbessern und stärker auf die Erträge achten. Der staatliche japanische Pensionsfonds, der größte der Welt, nutzt seinen Einfluss, um sich für eine gute Corporate Governance einzusetzen. Außerdem drängt er auf höhere Dividenden und Aktienrückkäufe, was den Aktionärserträgen nur guttun kann.

Der Schlüssel zu einer guten Corporate Governance ist Watson zufolge regelmäßige Kommunikation. Daher sprechen die Investmentexperten von Capital Group seit Langem mit Unternehmen über eine Verbesserung der Corporate Governance, auch in Japan. „Japan hat große Fortschritte gemacht und entfernt sich zunehmend vom Kansayaku-System mit seinen satzungsmäßigen Buchprüfern, die vom Unternehmen bezahlt werden und daher faktisch Angestellte sind“, sagt Watson. „Die Verbesserungen der Corporate Governance sind sehr ermutigend.“