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Airbus A380 am Flughafen Hongkong: Ende des Jahres 2017 stellte die Region Asien-Pazifik den mit 1,5 Milliarden Fluggästen größten Markt für zivilen Flugverkehr dar – Tendenz steigend. | © Getty Images

Capital Group zur Marktentwicklung Fünf Anlagethemen, die 2019 prägen

1. Volatilität beherrschen

Der anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und China, steigende Zinsen und zunehmende Verschuldung: Mit breiter Brust kehrte die Volatilität im vergangenen Jahr zurück. Und da die genannten Faktoren auch 2019 weiterhin bestimmen, dürften sich auch die Kursschwankungen fortsetzen. Zwar trafen sich Anfang Januar führende Politiker aus den USA und China, um eine Lösung des Konflikts auszuloten. Allerdings könnten die Meinungsverschiedenheiten anhalten, und Zölle die Warenströme zwischen den USA, China, Europa und anderen Handelspartnern weiterhin stören.

Obwohl die Führung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) für das laufende Jahr eine Zinspause oder zumindest eine Verlangsamung der Zinserhöhungen andeutete, verkauft sie weiterhin Wertpapiere, um die Bilanzsumme zu verringern. Dass das zu strafferen Finanzbedingungen beiträgt, ist klar. Dieses Vorgehen wiederum könnte Auswirkungen auf die Verschuldung haben: Staatliche Einrichtungen, Unternehmen und Verbraucher haben in großem Umfang billige Kredite aufgenommen.

Wenn der Schuldendienst jetzt teurer wird, müssen die Kreditnehmer sparen. Sicherlich, Volatilität mag irritierend sein, dennoch gehört sie zu den Märkten. Deshalb sollten Anleger in extremen Phasen ihre Emotionen in Schach halten und nicht überstürzt handeln. Vielmehr sollten sie Portfolios diversifizieren, um aus dem Auf und Ab der Märkte das Beste zu machen.

2. Investiert bleiben

Abschwünge an den Börsen machen Anleger nervös, das ist verständlich. Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass sich langfristiges Denken lohnen kann: Seit dem Jahr 1949 ist der S&P 500 neunmal um mindestens 20 Prozent gefallen. Der Verlust betrug dabei durchschnittlich 33 Prozent. Dagegen beträgt der Gewinn in der Hausse 263 Prozent. Zugleich dauerten Abwärtsphasen mit durchschnittlich 14 Monaten deutlich weniger lange als Hochs.

Ein Beispiel: Seit dem Jahr 1950 befanden sich die USA in 13,5 Prozent der Zeit in der Rezession. Dabei waren die Aktienerträge oft monatelang positiv. Und einige der stärksten Kurs-Rallyes fanden statt, als sich Aktien von Rezessionen erholten. Was Anleger daraus lernen können? Wer sich am Markt-Timing versucht, um den Folgen einer Rezession zu entgehen, könnte die stärksten Kursgewinne verpassen und somit langfristig niedrigere Erträge erwirtschaften.

3. Ausgewogen bleiben

Diversifikation hat sich in den vergangenen Jahren für Anleger nicht wirklich ausgezahlt. Ein gutes Beispiel dafür ist die geringe Anzahl schnell wachsender Technologie- und Konsumgüterunternehmen, die hohe Gewinne verzeichneten, während Substanzwerte hinter dem Markt zurückblieben.

Die jüngsten Marktturbulenzen haben wieder einmal gezeigt: Nichts ist von Dauer. Jahr für Jahr lagen immer wieder andere Asset-Klassen an der Spitze. Auch ein genauer Blick auf Verlustphasen zeigt, dass der Marktindex allein nicht die ganze Geschichte erzählt. Zugleich haben viele Unternehmen aus stabilen Sektoren hohe Dividenden gezahlt, die auch bei fallenden Kursen stetige Erträge garantieren.

Viel entscheidender ist jedoch, Firmen mit soliden Bilanzen, hohen Cashflows und der Disziplin zu finden, auch in Schwächephasen weiter Dividenden zu zahlen. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger darauf achten, mit einem diversifizierten Portfolio die Volatilität zu begrenzen und offen für Marktchancen zu bleiben.

4. Anleihenportfolios neu aufstellen

Das Wichtigste vorweg: Viele Volkswirtschaften werden im Jahr 2019 in die Endphase des Konjunkturzyklus eintreten, was bei Aktien zu Volatilität führen kann. Für Anleger ist es deshalb entscheidend, Portfolios mit Anleihen zu stabilisieren, die im besten Fall folgende vier Aufgaben erfüllen: Diversifikation der Aktienanlagen, laufender Ertrag, Kapitalerhalt und Inflationsschutz. Denn eines hat die Vergangenheit gezeigt: Qualitätsanleihen haben bei unruhigen Aktienmärkten immer für Stabilität gesorgt.

5. Langfristig denken

Der technische Fortschritt und die sich wandelnde Demographie verändern Branchen weltweit. Anleger sollten dabei vor allem drei Bereiche im Blick behalten: Cloud-Computing, Biopharmazie und Luftfahrtverkehr.

So verzeichnet etwa das Cloud-Computing enorme Zuwächse. Von dieser Nachfrage profitieren Amazon Web Services und Azure von Microsoft. In der Biotechnologie könnte der enorme Fortschritt schon bald für eine wirksame Krebstherapie sorgen. Grund dafür sind hohe Investitionen in innovative Therapieformen von Unternehmen wie AbbVie und Gilead Sciences.

Interessant ist auch der internationale Luftverkehr. Im Jahr 2017 haben über 100 Millionen Menschen in Asien erstmals in ihrem Leben ein Flugzeug bestiegen, nicht zuletzt wegen des wachsenden Wohlstands in der Region. Für 2036 werden weltweit 7,8 Milliarden Flugpassagiere erwartet, was die Nachfrage nach neuen Flugzeugen enorm steigern dürfte

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