Die neue Weltordnung nach Covid hat die Schuldensituation vieler Schwellenländer grundlegend verändert. Viele Emittenten, die während der Pandemie in Not geraten waren, konnten seitdem wieder ein starkes Wachstum verzeichnen. Auch wenn bewaffnete Konflikte und die Rückkehr der Inflation einige Länder aus dem Gleichgewicht hätten bringen können, muss man doch feststellen, dass die Emerging Markets (EM) mit Blick auf die Zinserhöhungen ausnahmsweise eher besser abschnitten als die Gruppe der entwickelten Märkte.
Die Zentralbanken der Schwellenländer gingen im Wesentlichen gestärkt aus dieser Krise hervor, sodass eine attraktive Dekorrelation im Zinszyklus aufgebaut werden konnte und die Anlageklasse 2023 eine positive Performance erzielte. Mit Ausnahme Asiens, das weiterhin unter der enttäuschenden Dynamik Chinas leidet, weisen viele Schwellenländer gemeinsame Merkmale wie einen allgemeinen Rückgang der Verbraucherpreise, ein bescheidenes, aber positives Wachstum und einen geringen Verschuldungsgrad auf.
Diese Ländergruppe startet also die aktuelle Phase der allgemeinen geldpolitischen Lockerung in einem robusten Zustand zu einer Zeit, in der sich die konjunkturelle Entwicklung vieler großer Industrieländer bereits wieder verlangsamt.
Geopolitische Unsicherheiten belasten Schwellenländeranleihen
In den Augen der Marktteilnehmer sind Schwellenländeranleihen nach wie vor riskant. Die jüngsten Zahlungsausfälle von Äthiopien, Ghana, Libanon, Sambia und Sri Lanka bestätigen die These, dass die Ausfallraten für diese Kategorie von Emittenten, die zwischen einer oftmals kostspieligen Haushaltspolitik und in den letzten drei Jahren deutlich gestiegenen Schuldenkosten gefangen sind, steigen werden.
In jüngster Zeit haben einige Wahlergebnisse in Lateinamerika in der Finanzbranche unangenehme Erinnerungen an verfehlte Wirtschaftspolitik der Vergangenheit wachgerufen, die nun wiederaufleben könnte. Zudem bleibt das geopolitische Risiko für Emittenten in der geografischen Nähe der Konfliktzonen in Europa und im Nahen Osten bestehen.
Die Performance der Anlageklasse war seit Jahresbeginn niedriger als die der Geldmarktanlagen, obwohl der Carry des Schwellenländerindex in Lokalwährungen zu Jahresbeginn bei 6,2 Prozent lag.
Unserer Ansicht nach erhöhen Angstfaktoren die speziellen Chancen und die Dekorrelation, die Schwellenländeranleihen bieten, während viele andere Anlageklassen weiterhin sehr eng an die Wachstumsdynamik der USA gekoppelt sind. Beispielhaft ist hier der Fall Brasilien, wo die Markterwartungen eine Zinserhöhung durch die Zentralbank in diesem Jahr einpreisen – was wir angesichts der lokalen Dynamik des Wirtschaftswachstums und der Inflation bezweifeln.
Erfahrene Anleger nutzen chancenreiche technische Faktoren
Zwar haben sich die Risikoaufschläge in den vergangenen 18 Monaten aufgrund der etwas klareren Aussichten über die weitere Entwicklung der Emittenten deutlich verringert, dennoch bieten Schwellenländeranleihen weiterhin die höchsten Renditen im Segment der Staatsanleihen.
Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass sie im Vergleich zu US-amerikanischen oder europäischen Anleihen ein aussichtsreiches Potenzial bieten. Denn lokale Schwellenländeranleihen dürften von einem attraktiven Carry in der Größenordnung von 8 Prozent sowie vom Kurspotenzial in einem relativ günstigen Zinssenkungsumfeld profitieren.
Eine Reihe von Schwellenländer-Zentralbanken verfügt über einen komfortablen Spielraum, um ihre Volkswirtschaften zu stützen, falls sich der wirtschaftliche Horizont mit Realzinsen, die heute zwischen 5 und 6 Prozent liegen, wie in Brasilien oder Mexiko, eintrüben sollte.
Grafik: Entwicklung der geldpolitischen Sätze von Schwellen- und Industrieländern in den vergangenen 20 Jahren, in Prozent.
Nachdem die ersten Zinssenkungen bereits in 2023 erfolgt sind, könnten diese Länder, in denen sich die Inflation bereits auf Zielhöhe der jeweiligen Zentralbank befindet, neue Lockerungsmaßnahmen einleiten, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Diese Länder profitieren auch von der Fragmentierung des globalen Marktes, in dem neue Rohstoffexportmächte entstehen und asiatische Produktionsketten näher an westliche Verbraucher heranrücken.
Die beschriebenen Emittenten bieten im aktuellen Umfeld attraktive Anlagechancen, da sie ein robustes Wachstum und eine niedrige Inflation aufweisen und gleichzeitig eine höhere Dekorrelation und Risikoelastizität bieten als andere Schwellenländer-Anlageklassen wie beispielsweise Auslandsschulden, Aktien, Kredite oder Währungen.
Die besondere Attraktivität der Anlageklasse resultiert folglich aus ihrer Fähigkeit, auch in einem ruckeligen Umfeld robuste Renditen zu erzielen.
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