Carmignac Investissement

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Unkenrufe über eine umkippende US-Wirtschaft werden immer seltener. Auch der Dollar hat sich von seiner Talfahrt erholt und ist mit derzeit 63 Eurocent auf dem Weg der Besserung. „Wir haben unser internationales Aktienportfolio bis Ende März komplett durch Termingeschäfte gegen das Dollar-Risiko abgesichert“, erklärt Edouard Carmignac. „Diese Absicherung ist inzwischen wieder aufgehoben.“ 

Carmignac gründete vor 19 Jahren Carmignac Gestion. Zum Start des Pariser Vermögensverwalters wurde der Carmignac Investissement (WKN: A0DP5W) aufgelegt. Seit 1989 hat sich der Wert des global anlegenden Aktienfonds mehr als verachtfacht. Der Vergleichsindex MSCI World hat sich dagegen nur knapp verdoppelt. Ähnlich wie die Benchmark entwickelte sich auch der Durchschnitt internationaler Aktienfonds der Konkurrenz.

Die 208 Fonds der Vergleichsgruppe Aktien weltweit/Standardwerte/Growth bei der Rating-Agentur Morningstar kommen im laufenden Jahr durchschnittlich auf ein Minus von 10,2 Prozent. Der Carmignac-Fonds dagegen verlor nur 1,1 Prozent und liegt damit auf Platz vier. Das dürfte Fondsmanager Carmignac aber kaum stören. Denn auf Sicht von einem, drei, fünf und zehn Jahren belegt er jeweils den Spitzenplatz. 

Das gute Ergebnis schaffte Carmignac in den vergangenen Jahren durch seine hohe Gewichtung der Boomthemen Rohstoffe (22,4 Prozent) und Schwellenländer (34,4 Prozent). „In den aufstrebenden Märkten setzen wir hauptsächlich auf den anziehenden Konsum und des Austausch von Waren und Dienstleistungen unter den Schwellenländern“, erklärt Carmignac. 

„Die Schwellenländer zeigen sich in Anbetracht der mäßigen Rezession in den USA weiter widerstandsfähig“, so der Fondsmanager. „Umfangreiche Ersparnisse machen diese Länder praktisch vollständig immun gegen den Abschwung in den reifen Volkswirtschaften.“ Die Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds zum Wachstum der Boomregionen geben ihm dabei Recht.

Seinen Optimismus für China und Co können auch die stark steigenden Inflationsraten in wichtigen Schwellenländern nicht trüben: „Die beachtlichen Vorräte an Arbeitskräften werden auch künftig den Lohndruck in Schach halten und für Produktivitätssteigerungen sorgen“, so Carmignac. „Die Neuordnung der Weltwirtschaft schreitet unbeirrt voran.“ 

Dem Aufstieg der bisherigen Exoten steht nach Meinung des Fondsmanagers auch nicht die teurer werdenden Lebensmittel im Wege: „Die vorübergehende Natur der Preisexplosion bei Agrarerzeugnissen dürfte die Sorgen um die Rückkehr des Schreckgespenstes Inflation wieder zerstreuen.“ Bei Investments im Bereich Landwirtschaft konzentriert sich Carmignac auf die Hersteller von Düngemitteln aus Industriestaaten. „Deren Verhalten ist berechenbarer.“ 

Außerdem setzt der Fondsmanager derzeit auf Minenbetreiber und Energieunternehmen. „Deren Aktien sind derzeit attraktiv bewertet, weil Anleger den Anstieg der Rohstoffpreise nicht angemessen haben.“ Zu seinen größten Einzeltiteln im Fondsportfolio zählen die US-Energietitel Smith International und Schlumberger sowie der Ölriese Petroleo Brasileiro aus Rio de Janeiro. 

Mehr als die Hälfte des Fondsvermögens von mehr als 2 Milliarden Euro ist in Börsenschwergewichte investiert. Mittelgroße Gesellschaften kommen auf knapp ein Viertel des Portfolios. Der Rest steckt vor allem in Cash-Positionen, die Carmignac je nach aktuellem Ausblick für die Börsenstimmung variiert. Zu Jahresanfang war er nur mit etwa 60 Prozent des Fondsvolumens am Aktienmarkt engagiert. 

„Die globale makroökonomische Analyse gibt den Ausschlag für verschiedene Anlagethemen im Portfolio“, erklärt Carmignac. „Wir versuchen so, die aktuellen und zukünftigen Motoren des weltweiten Wirtschaftswachstums zu erkennen.“ Außerdem legt er großen Wert auf Gespräche mit dem Management potenzieller Zielunternehmen seines Fonds sowie Entscheidungsträgern aus Politik und Finanzwelt der verschiednen Weltregionen. 

Der Ausgabeaufschlag beträgt bis zu 4 Prozent, die jährliche Verwaltungsgebühr 1,5 Prozent. Außerdem wird eine 10-prozentige Erfolgsgebühr auf die jährliche Fondsrendite oberhalb von 10 Prozent fällig.