„Die Ausfallraten werden steigen – und ich freue mich sogar darauf“
Kernbotschaften zum Carmignac Patrimoine
„Der Performanceausblick für den Patrimoine (ISIN: FR0010135103) ist optimistisch, da es uns gelungen ist, im letzten Quartal des Jahres 2023 zu 90 Prozent am Marktanstieg zu partizipieren“, sagt Fondsmanager Jaques Hirsch. Hirsch gehört mit Guillaume Rigeade, Eliezer Ben Zimra, Christophe Moulin und David Older zum neuen Managementteam, das zum Ende des dritten Quartals 2023 eingeführt wurde. „Natürlich gab es auch kleinere Rückschläge“, so Hirsch weiter. „Vor allem im November und Dezember sind die Märkte sehr schnell gestiegen und wir waren etwas langsam bei der Erhöhung unserer Aktienquote. Ermutigend ist hingegen, dass sich unsere strukturellen Themen sehr gut entwickelt haben, insbesondere künstliche Intelligenz, aber auch der Kampf gegen Fettleibigkeit.“
Welches sind die größten Chancen und Risiken für 2024?
„Das Szenario unseres Ökonomen dürfte historisch gesehen eher konstruktiv und positiv für risikoreiche Anlagen sein“, unterstreicht Hirsch. „Das Wachstum dürfte sich zwar verlangsamen, aber robust bleiben und über dem Wachstumstrend liegen. Die Inflation wird zumindest zyklisch sinken, die Leitzinsen dürften ebenfalls sinken und die Liquidität weiterhin reichlich vorhanden sein. Dieses Umfeld, diese Mischung ist gut für Risikoanlagen. Damit meine ich vor allem die Aktien- und Unternehmensanleihenmärkte.“
Wo liegen die Risiken?
„Für uns gibt es zwei Arten von Risiken“, sagt Hirsch. „Das erste besteht darin, dass das Umfeld, das ich gerade skizziert habe, von den Märkten relativ gut erkannt wird. Es fließt recht gut in die Bewertungen ein. Das bedeutet, dass wir unser Engagement in diesem Szenario erhöhen müssen, wenn der Markt seinerseits Zweifel hat.
Das zweite Risiko ist die Entwicklung der Inflation: Ich würde sagen, dass die Senkung der Inflation weiterhin eine Herausforderung bleiben wird. Die Arbeitsmärkte bleiben angespannt, vor allem in den USA. Es gibt Spannungen im Nahen Osten, und es ist möglich, dass die Inflation bis zum Jahresende stärker anzieht, als die Märkte es erwarten. Wir haben daher eine ganze Reihe von Absicherungen in unseren Portfolios, um keinen Schaden davonzutragen, wenn dieser Fall eintreten sollte.“
Welches sind die wichtigsten Performancetreiber beim Patrimoine 2024?
„Für den Patrimoine wird es 2024 zwei wichtige Performancetreiber geben“, so Hirsch. „Auf der Aktienseite wird das Umfeld weiterhin recht günstig bleiben, weshalb es ein relativ großzügiges Engagement in Aktien und vielversprechende Themen wie künstliche Intelligenz und den Kampf gegen Fettleibigkeit geben wird.
Allerdings sind Aktien in diesen Bereichen bereits recht hoch bewertet, deshalb bemühen wir uns um Diversifizierung. Dazu zählen ein geringeres Engagement in peripheren Themen bestimmter Schwellenmärkte und Rohstoffe.
Auf der Anleiheseite haben wir hinsichtlich der Duration keine starke Überzeugung. Wir werden eher den Carry und Unternehmensanleihen bevorzugen. Um unseren Anlegern einige Zahlen zu nennen: Heute liegt die Rendite unserer Anleihen bis zur Fälligkeit im Schnitt bei 6 Prozent pro Jahr, was ebenfalls erheblich zur Performance beitragen dürfte.“
Unternehmensanleihen im Jahr 2024: Welche Auswirkungen haben Ungewissheit und Volatilität?
„Es gibt immer zwei Arten von Risiken: Es gibt das Risiko der Marktvolatilität und das Risiko der Zahlungsausfälle“, sagt Pierre Verlé, Leiter des Teams für Unternehmensanleihen und Fondsmanager bei Carmignac. „Das Risiko der Marktvolatilität ist tatsächlich gesunken. Man muss wissen, dass bei sonst gleichen Bedingungen gilt: Je höher die Rendite, desto geringer das Durationsrisiko. Nach der Normalisierung der Zinssätze im Jahr 2022 ist das Durationsrisiko deutlich geringer als zuvor. Was das Risiko der Ausfallraten angeht, ist es so gut wie sicher, dass die steigen werden, und ich freue mich sogar darauf.
Warum? Weil Ausfälle die Grundlage für Kredite sind. Das ist wirklich das, was es ermöglicht, Performance zu generieren. Unser Geschäft besteht darin, in Risiken zu investieren, die von den Märkten überbewertet werden. Natürlich gibt es deutlich mehr Risikoüberschätzungen, wenn es Ausfälle gibt, als wenn es keine gibt.“
Welches Potenzial bieten Unternehmensanleihen 2024?
„Wir befinden uns in einem Umfeld, in dem eine Rückkehr des Carry Trade zu beobachten ist“, sagt Verlé. „Das ist tatsächlich eine Folge der Normalisierung der Kapitalkosten, die 2022 stattgefunden hat. Nach einem Jahrzehnt, das für Kreditanleger wirklich sehr schwierig war, nämlich zwischen 2012 und 2022, in dem es keinen Carry Trade gab, ist dieser nun zurück. Ein hoher Carry bedeutet ein geringeres Durationsrisiko, eine geringere Zinssensitivität und eine geringere Marktvolatilität. Der Carry, den wir heute sehen, ist kaum geringer als vor einem Jahr.
Wir haben gesehen, dass es im vergangenen Jahr eine sehr gute Performance bei Unternehmensanleihen gegeben hat, die jedoch größtenteils auf den Carry zurückzuführen war, der immer noch vorhanden ist. In diesem Umfeld werden bestimmte Branchen bevorzugt. Insbesondere die Finanzbranche profitiert von der Normalisierung der Kapitalkosten. Ebenso der Energiesektor, der schon immer relativ hohe Fremdkapitalkosten aufweist, obwohl sich die Branche weitgehend saniert hat.“
Schwellenländer im Jahr 2024: Wie ist die Lage der Emerging Markets?
„Die Lage der Schwellenländer ist aktuell nicht sehr gut“, sagt Xavier Hovasse, Leiter Schwellenländeraktien und Fondsmanager bei Carmignac. „Es handelt sich um eine Anlageklasse, die seit zehn, wenn nicht sei 15 Jahren unterdurchschnittlich abschneidet und sehr viele Krisen durchlebt hat. Wir haben große Krisen in Lateinamerika gesehen, erst in Brasilien, dann in Argentinien. Es gab viele Krisen in China, in der Türkei, die eine Hyperinflation erlebte, und natürlich in Russland, in das man praktisch nicht mehr investieren kann. Es handelt sich also um eine ungeliebte Anlageklasse. Viele Anleger haben mehr oder weniger das Handtuch geworfen.
Aber wir sagen: Achtung, das ist eine Chance! Man muss konträr handeln.
Dennoch hat China aktuell in den Weltwirtschaftsindizes – also China mit Hongkong und Taiwan zusammen – weniger Gewicht als ein einziges US-Unternehmen: Microsoft. Der brasilianische Markt ist kleiner als das Kreditkartenunternehmen Visa.“
Welche Chancen sind 2024 in den Schwellenländern zu erwarten?
„2024 wird ein sehr politisches Jahr werden“, sagt Hovasse. „In Indien und Mexiko stehen Wahlen an. Wahlen, die gut verlaufen dürften. Das eigentliche Problem sind die US-Wahlen. Trump, der als Favorit gilt, verfolgt eine isolationistische Politik. Er hat eine sehr chinafeindliche Rhetorik. Im Übrigen dürfte er seinen Erfolg am Rückgang des chinesischen Marktes messen.
Uns erwartet also ein Jahr der geopolitischen Spannungen, vor allem zwischen den USA und China. Für einen Fondsmanager im Bereich Emerging Markets ist es daher wichtig, sich eine einfache Frage zu stellen:
Welche Länder werden von diesen Spannungen profitieren?
Wenn multinationale Unternehmen es schwerer haben, in China zu produzieren, wenn es weniger Handel mit China gibt, dann müssen Alternativen gefunden werden: In Indien, ganz Südostasien und Mexiko.
Mexiko profitiert in großem Stil, weil US-Unternehmen verstärkt Aufträge nach Mexiko vergeben, da es ein Freihandelsabkommen mit den USA gibt. Wir versuchen, all diese Dinge zu berücksichtigen. Derzeit haben wir schwerpunktmäßig Lateinamerika, Mexiko, Brasilien, und Südostasien im Blick.“
Warum sollte man mit Carmignac in den Schwellenländern investieren?
„Carmignac bietet mehrere Vorteile“, ist Hovasse überzeugt. „Zunächst einmal haben wir einen langen Track Record. Wir haben ein Team, das seit vielen Jahren gut zusammenarbeitet und wir haben einen guten Investmentprozess. Wir haben viele ESG-Investitionen getätigt. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist ESG in den Schwellenländern wichtiger als in den Industrieländern. Denn dort gibt es viel mehr Betrug, Veruntreuung und Umweltprobleme.“
Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet. Haftungsausschlüsse, Risiken usw. entnehmen Sie bitte der Originalversion des Artikels.


