Carmignac nimmt sich Konsumaktien aus den Schwellenländern vor

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Einige Punkte der Strategie: Carmignac will kurzfristig an der Absicherung des US-Dollars in ihren Portfolien festhalten. Seit Ende April versuche man sogar  alle Währungsschwankungen von auf Dollar laufenden Wertpapieren vollständig abzuwehren.

Die Carmignac-Strategen erwarten eine Wirtschaftsabkühlung der Industrieländer. Deshalb verringere man den Portfolioanteil an konjunktursensitiven Wertpapieren.  In Schwellenländern wolle man sich mittelfristig an Unternehmen beteiligen, die besonders von der Binnennachfrage profitieren.

Die Handlungsschwerpunkte ergeben sich aus den unterschiedlichen Symptomen, unter denen die drei Märkte USA, Europa und Schwellenländer derzeit leiden, so Eric Le Coz, Aktienstratege von Carmignac Gestion.

Frühindikatoren deuten auf einen Rückgang des US-Wirtschaftswachstums hin, da weitere geld- und finanzpolitische Stützen vom Staat nicht zu erwarten seien. Die US-Zentralbank Fed beendet ihr geldpolitisches Engagement des Quantitative Easing 2 (QE2) im Juni - voneinem weiteren Konjunkturprogramm sei nicht auszugehen.

Der Warnschuss von der Rating-Agentur Standard & Poor’s bezüglich der Bonität der USA habe den US-Politikern klar gemacht, dass nun die Stunde der Haushaltssanierung und der Sparprogramme schlägt.

Europa, das weniger vom US-Wachstum profitieren wird, durchlaufe bereits ein radikales Sparprogramm. Zusätzlich spalten die unterschiedlichen Wirtschaftslagen in den EU-Mitgliedsländern die Union.

Deutschland und die Nordeuropäer erfreuen sich eines starken Aufschwungs, während die südlicheren Länder unter ihrem Schuldenberg leiden. Dementsprechend begrüßen Deutschland & Co. die Zinssteigerung der EZB im April. Sie wirkt der Überhitzung und Inflation entgegen.

Länder wie Griechenland, Irland und Portugal  belasten die höheren Zinsen jedoch zusätzlich. Deren Wirtschaftsschwäche dürfte mittelfristig die Nachfrage nach Produkten aus den Nordländern verringern und damit auch deren Wirtschaftswachstum schwächen, fürchtet man im Hause Carmignac.

Zudem geht Le Coz davon aus, dass die Inflation der Schwellenländer im Sommer ihren Höhepunkt erreicht. Danach werden die Zentralbanken die Zinsen nicht mehr weiter anheben. Eine wachsende Mittelschicht werde darüber hinaus die Binnennachfrage stärken.

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