Fondsmanager des Carmignac Patrimoine: Rose Ouahba und David Older. | © Carmignac Gestion Foto: Carmignac Gestion

Carmignac Patrimoine unter der Lupe

Wie Edouard, nur anders

„Carmignac Patrimoine – seit zwölf Monaten unter Verantwortung von David Older und Rose Ouahba“, sollte im Februar der Titel eines Webinars der französischen Investmentboutique Carmignac heißen. Doch daraus wurde nichts. Die Corona-Pandemie hatte die Märkte fest im Griff, in der Tag für Tag dramatischere Formen annehmenden Krise waren Taten statt Worte gefragt.

Und die beiden Manager handelten. So, wie es wohl auch Firmengründer Edouard Carmignac getan hätte, der den Mischfonds-Klassiker (ISIN: FR0010135103) zuvor fast 30 Jahre lang verantwortete. Indem sie die Netto-Aktienquote zeitweise auf bis zu 5 Prozent senkten, gelang es Older und Ouahba, den seit Jahresbeginn eingefahrenen Verlust in der Spitze auf weniger als 10 Prozent zu begrenzen. Zum Stichtag 26. Mai liegt der Carmignac Patrimoine 2020 nur noch mit 1,1 Prozent im Minus und steht damit deutlich besser da als vergleichbare Mischfonds-Klassiker.

Das Webinar gab es dann trotzdem noch, Anfang Mai – mit dem Unterschied, dass die 12 im Titel durch eine 15 ersetzt wurde. Und dem für viele Anleger beruhigenden Signal, dass der Carmignac Patrimoine auch im vierten Jahrzehnt seines Bestehens ein vermögensverwaltender Fonds mit absolutem Renditeziel bleibt.


Letzteres hätte Frank Rüttenauer, Leiter des Privatkundenvertriebs in Deutschland, zwar Anfang Februar genauso zu Protokoll gegeben. Ohne den Praxistest wäre diese Aussage jedoch mit erheblich mehr Unsicherheit behaftet gewesen. Denn Rüttenauer sagt auch: „Carmignac ist heute ein komplett anderes Unternehmen als vor acht oder zehn Jahren.“ Sei die Firma damals stark auf ihren Gründer zugeschnitten gewesen, so habe Carmignac seit 2015 massiv in Personal investiert.

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