Es ist schwierig vorherzusagen, wie sich der Index in den nächsten zehn Jahren entwickelt, doch die bisherige dichotomische Betrachtungsweise der Schwellenländer ist vielleicht nicht mehr angemessen. Eines ist aus unserer Sicht jedoch sicher: Seine aktuelle Zusammensetzung ist wesentlich stärker auf das Thema „Wachstum“ ausgerichtet – ein Thema, in das wir im Schwellenländeruniversum bevorzugt investieren wollen: aufstrebende Mittelschicht, gesteigerter Konsum, Innovation und disruptive Technologien.

Eine weitere Frage, die sich Anleger vielleicht stellen sollten, lautet: Mit welchen Positionen fühle ich mich vor dem Hintergrund tiefgreifender, langfristiger Unsicherheit am sichersten? Unserer Meinung nach muss die Antwort lauten: „Aktien, deren Gewinnwachstumstreiber möglichst wenig von makroökonomischen Prognosen abhängig sind.“ In diesem Zusammenhang haben Growth-Aktien noch immer ausgezeichnete Zukunftsaussichten. Es ist jedoch wichtig, äußerst selektiv vorzugehen und den Schwerpunkt auf Anlagen in Sektoren mit unterdurchschnittlicher Durchdringung zu legen, um gezielt in Wertpapiere rund um das Thema verantwortungsbewusstes Wachstum zu investieren.

Betrachtet man beispielsweise die Durchdringungsrate des e-Commerce in einigen Schwellenländern, so lässt sich feststellen, dass das potenzielle Wachstum in vielen Bereichen viel höher ist als in den Industrieländern. Speziell in Lateinamerika ist dabei der Anteil des Online-Handels an den Einzelhandelsumsätzen mit etwa 5 Prozent sehr gering, während er in den USA oder selbst in China mehr als 25 Prozent beträgt. Trotz der jüngsten Ereignisse sind wir nach wie vor davon überzeugt, dass wahrscheinlich viele der Gewinner von morgen aus den heutigen Schwellenländern hervorgehen werden. Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass bei Anlagen in den Schwellenländern ein aktiver Ansatz zwingend erforderlich ist, um Unternehmen mit soliden Bilanzen und einem beständigen, überdurchschnittlichen Gewinnwachstum zu ermitteln.