Celine Nadolny (Kolumnistin)

Celine Nadolny Kolumne „Ohne Routinen wäre ich heute nicht da, wo ich bin“

Celine Nadolny zwischen täglichen Routinen
Celine Nadolny zwischen täglichen Routinen: „Tägliche, wöchentliche, monatliche und jährliche Routinen waren für mich der Schlüssel – zwar nicht zum Erfolg über Nacht, aber zum garantiertem Erfolg im irgendwann.“
© Christin Jahns mit Canva KI

Routinen sind das wirkungsvollste Element auf dem Weg zum Erfolg – deutlicher kann ich es einfach nicht zum Ausdruck bringen. Ich würde niemals heute dort stehen, wo ich bin, wenn ich das nicht schon vor Jahren verstanden und vor allem auf meinen Alltag übertragen hätte.  

Tägliche, wöchentliche, monatliche und jährliche Routinen waren für mich der Schlüssel – zwar nicht zum Erfolg über Nacht, aber zum garantiertem Erfolg im Irgendwann.

Neujahrsvorsätze haben nichts mit Routinen zu tun

Eben dieses unbestimmte „irgendwann“ und das regelmäßige Aufraffen über lange Zeiträume ist für manche schon Grund genug, um erst gar keine Routinen ins eigene Leben einkehren zu lassen. Stattdessen leben sie in Wellen, nehmen sich immer mal wieder etwas vor – gerade zum Jahreswechsel – und übertreiben es dann maßlos. 

Aber an Neujahr den Vorsatz zu machen, aus dem Bierbauch ein Sixpack zu transformieren, hat nichts mit Routinen zu tun. Denn Routinen haben einen langen Atem. Im Idealfall steigern wir sie langsam und passen sie unseren größeren Lebenszielen an und nicht unseren kurzfristigen, unrealistischen Hirngespinsten, die wir nach vier Wochen Süßigkeiten und Sauerbraten nach Weihnachten so in den Kopf bekommen. 

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Wer zu schnell zu viel will, läuft vielmehr Gefahr, sich und seinen Körper zu verheizen, das eigene Selbstbewusstsein im Scheitern zu schmälern und irgendwann in eine Trotzhaltung zu fallen. Wie sagt man so schön: „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.“ Das sollten wir verinnerlichen und auf all unsere Vorhaben übertragen. Geduld und Durchhaltevermögen sind Tugenden, die man nicht hoch genug halten kann. Natürlich erscheinen sie nicht so attraktiv wie das Sixpack in vier Wochen oder die finanzielle Freiheit in sieben Jahren. 

Routinen prüfen und dann neu aufbauen 

Ich glaube aber nicht an die Nachhaltigkeit solcher Versprechungen und bleibe bei meinem Ausgangsstatement: Wir überschätzen maßlos, was wir an einem Tag, in einer Woche, einem Monat oder gar einem Jahr erreichen können, aber unterschätzen, wozu wir über Jahre hinweg in der Lage wären. 

Mit 16 Jahren habe ich begonnen, Routinen in mein Leben zu implementieren. Meine ersten Sachbücher waren dafür der ausschlaggebende Punkt. Querbeet in allen möglichen Ratgebern, Interviews und Blogs las ich immer wieder, dass erfolgreiche Menschen Routinen haben und diese vielfach als entscheidenden Faktor für ihren Erfolg deklarieren

 

Also ging ich hin und untersuchte mein Lebensalltag auf Routinen: bewusste wie unbewusste. Nachdem ich einmal alles aufgeräumt hatte, begann dann der Neuaufbau. Statt mich nach den Hausaufgaben vor den Fernseher zu setzen und berieseln zu lassen, ging ich zu Entspannung spazieren, telefonierte mit Freunden oder unternahm schlichtweg etwas gemeinsam mit ihnen. Statt abends vor dem Schlafengehen mein Handy zu checken, las ich immer mal wieder ein paar Seiten in einem Buch, reflektierte mit Journalen meinen Tag und plante den nächsten. 

Immer alles in Maßen 

Ich habe nie übertrieben, mir nicht direkt vorgenommen, ein Buch pro Tag zu lesen oder jeden Tag eine Stunde Sport zu treiben. Stattdessen begann ich damit, einmal pro Tag ein Buch in die Hand zu nehmen und so lange zu lesen, wie es mir Spaß machte oder die Treppe statt dem Aufzug oder der Rolltreppe zu nehmen. 

Wenn wir so einfach mal sukzessive und entspannt alle Bereiche unseres Lebens durchgehen, dann werden wir schnell merken, was wir noch an Potenzialen haben.

Jeder Tag hat zwar nur 24 Stunden, jede Woche sieben Tage und das ist für alle Menschen gleich. Trotzdem gibt es gravierende Unterschiede darin, was wir daraus machen. 

Und eine Sache möchte ich an dieser Stelle noch betonen: Es geht ausdrücklich nicht darum, ein „perfektes Leben“ zu führen, das es so womöglich niemals geben wird. Es geht auch nicht darum, sich alles zu verbieten oder sich um 180 Grad zu drehen. Vielmehr geht es zumindest darum, unser Leben nicht stetig unterbewusst zu sabotieren und ihm durch kleine Akzente mehr Wert zu verleihen. Ganz individuell, so wie wir sind oder sein wollen.

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