Was es nicht alles gibt: einen Tag des Lächelns, einen Tag des Brotes, des Händewaschens, des Gin Tonic und angeblich sogar einen internationalen Tag der Frustrationsschreie. Da erscheint es nicht weit hergeholt, dass es auch einen internationalen Tag der Finanzplanung gibt. Der World Financial Planning Day wird jährlich am ersten Mittwoch im Oktober begangen. Er wurde von der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) ins Leben gerufen.

Finanzplaner betonen häufig, wie stark sich ihre Arbeit von der reinen Finanzvermittlung unterscheide. Dabei fallen Begriffe wie „Ganzheitlichkeit“, „Beratungskompetenz“ oder „vernetzte Betrachtung“. Einen besonders fundierten Hintergrund bringen die Certified Financial Planner (CFP) mit, hinter denen der Verband FPSB (Financial Planning Standards Board) steht. Dieser CFP, dem in der offiziellen Schreibweise stets ein Rals Rechtsschutz-Zeichen beigefügt wird, gilt als Goldstandard der Finanzplanung – und das in 26 Ländern weltweit (siehe Karte).

Die Ausbildung umfasst ein ganzes Bündel von Themen: Anlageportfolios, Immobilien, Versicherungen, Beteiligungen und Kredite – alles, was wichtig sein kann, wenn sich Berater tiefer gehend mit der Lebens- und Vermögenssituation ihrer Kunden auseinandersetzen. Rund eineinhalb bis zwei Jahre sollten für die Ausbildung zum CFP veranschlagt werden, sagt FPSB-Vorständin Lisa Hassenzahl, die auch das auf Frauen spezialisierte Her Family Office gegründet hat. Ihren Vorstandsjob bei dem Verband erledigt Hassenzahl ehrenamtlich.

CFP-Abschluss: Erfahrung gefragt 

Neben dem theoretischen Wissen zählt beim CFP-Abschluss jedoch auch die Erfahrung. Anwärter auf das CFP-Zertifikat müssen drei Jahre Finanzdienstleistungen und mindestens ein Jahr Finanzplanung
erbracht haben – sonst wird nicht zertifiziert. Und es müssen mehrere Finanzpläne geschrieben werden, zum Abschluss ein sehr umfangreicher, der 60 Seiten umfassen kann. Der FPSB umschreibt die Anforderungen einer CFP-Ausbildung gern mit vier Schlagworten, die auf Englisch jeweils mit einem „E“ beginnen (siehe Kasten).