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in FinanzplanungLesedauer: 7 Minuten

Aus der CFP-Praxis Finanzplanung: Wichtige Entscheidungshilfe für den Schritt in die Selbstständigkeit

Beratungsgespräch in einer Arztpraxis
Beratungsgespräch in einer Arztpraxis: Eine eigene Praxis bringt zu Beginn meist finanzielle Hürden mit sich | Foto: imago images/YAY Images

Obwohl die Niederlassung in der eigenen Praxis bei vielen jungen Medizinerinnen und Medizinern hoch im Kurs liegt, geht die Zahl der Neugründungen zurück. Der Trend zeigt in Richtung Praxisübernahme, das spart meist Zeit und oftmals auch Geld. Dennoch ergeben sich viele grundlegende Fragen, die es im Voraus zu klären gilt. 

So auch im folgenden Fall. Ein Arzt sucht nach langjähriger Führung seiner eigenen Hausarztpraxis in einem ländlichen Gebiet nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. Die Suche zieht sich bereits über einen längeren Zeitraum hinweg – durch den Fachkräftemangel ist das in der heutigen Zeit nicht wirklich ungewöhnlich und gerade deswegen herausfordernd.

 

 

Als sich dann aber eine Interessentin aus dem Patientenstamm meldet, wird es spannend. Ich wurde von Beginn an in die Gespräche zwischen dem Praxisinhaber und der Interessentin eingebunden. Die potenzielle Nachfolgerin ist seit 20 Jahren in einer Klinik tätig, verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Trotz ihres umfassenden fachlichen Erfahrungsschatzes ist sie sich jedoch unsicher, ob sie den Schritt in die Selbständigkeit als niedergelassene Praxisärztin tatsächlich gehen möchte. 

Fragen über Fragen 

Was bedeutet es, eine eigene Praxis zu führen? Welche Verantwortungen im Bereich Personal und Administration kommen auf sie zu? Wie unterscheidet sich der Klinik- vom Praxisalltag? Mit welchen Kosten und Investitionen muss sie mittel- oder langfristig kalkulieren? Auch und gerade in finanzieller Hinsicht ergeben sich hier zahlreiche Unklarheiten. Während viele der fachlichen Fragen im Rahmen diverser Hospitationen in der Praxis oder im Austausch mit dem Abgeber und niedergelassenen Kollegen geklärt werden konnten, bat mich die Kundin um Beratung und Entscheidungshilfe hinsichtlich des finanziellen Parts.

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Durch eine erste, schlanke Finanzplanung inklusive eines Szenarien-Vergleichs konnte ich grundlegende Fragen und auch ihre Bedenken ausräumen. Als Grundlage für die Annahmen habe ich mich auf vorhandene Erfahrungswerte sowie Aussagen des Praxisinhabers gestützt. Die Einnahmeseite der Praxis orientiert sich an den Zahlen des Vorgängers (ohne Abschlag). Aufgrund der hohen Patientendichte bei gleichzeitiger geringer ärztlicher Versorgung in der Region rechnen wir nicht mit einem Umsatzrückgang.

Szenario 1: Erste Finanzplanung als Entscheidungshilfe

Für ein erstes Szenario spielten wir die Zahlen für eine Übernahme zum 1. Januar 2022 zu einem Kaufpreis der Praxis von 40.000 Euro durch. Ich nehme in der Planung an, dass die Kundin durch die Lage der Praxis den Zuschuss in Höhe von 50.000 Euro durch das KVBW-Förderprogramm für Landärzte in Anspruch nehmen kann. In der folgenden Tabelle ist dieser als Zufluss Geldanlage klassifiziert. Wir gehen weiterhin von jährlichen Risikokosten von 4.800 Euro sowie dem Beitrag Versorgungswert in Höhe von 15.600 Euro jährlich aus. Diese Einnahmen und Ausgaben summieren sich auf einen Finanzierungsgesamtbetrag von 90.000 Euro (abzüglich 50.000 Euro Zuschuss = 40.000 Euro betriebliches Darlehen).

Status quo

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