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Filip Weintraub

Filip Weintraub

Charakterköpfe: Filip Weintraub

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Wie gelangt ein Top-Fondsmanager und Inhaber eines Family Office täglich zur Arbeit? So mancher Leser würde vermuten, dass er sich ein teures Spielzeug mit diversen PS unter der Haube gönnt. Oder wenigstens ein Fahrzeug mit Komfort und Platz für die Familie. Filip Weintraub, gebürtiger Schwede, geht zu Fuß in Stockholm zur Arbeit und hat gar kein Auto. „So kann ich mich unabhängiger bewegen, genau wie mit dem Labrusca Global“, sagt der Manager des 2010 aufgelegten Fonds (WKN: A1C Z2W), der ab 10.000 Euro haben ist.

Erster Aktienkauf mit 14 Jahren

Weintraub ist nicht nur Manager, sondern auch Gründer und Inhaber des Family Office Labrusca. Beachtlich für einen 38-Jährigen, der bereits im Alter von 14 Jahren Aktien kaufte. Offenbar erfolgreich, denn er machte aus dem Hobby seinen Beruf und arbeitete bereits während des Ökonomie-Studiums in Seattle nebenher bei Merrill Lynch. 2001 kehrte er zurück nach Europa. Krasser konnte der Umzug kaum ausfallen – ins verregnete Stavanger. Das ist nicht jedermanns Sache, und Weintraub ist dankbar, dass seine Frau ihm während der neun Jahre dort nicht abhanden gekommen ist. Doch er gewann dem Standort der Fondsgesellschaft Skagen auch positive Seiten ab: „Dort lenkt nichts von der Arbeit ab.“ Und die machte er hervorragend: So gehörte der Skagen Global (A0D LFA) jahrelang zu den Top-Performern unter den Aktienfonds und konnte auch mit Schwergewichten wie dem Carmignac Investissement (A0D P5W) locker mithalten.

Bereits während seiner Zeit bei Skagen hatte Weintraub im Hinterkopf die Idee, sich selbstständig zu machen, um unabhängig agieren zu können. Mit Labrusca setzte er das Vorhaben im vergangenen Jahr um. Der Name geht auf sein Konto: „Labrusca ist der lateinische Name für wilden Wein. Die Pflanzen können 100 Jahre alt werden und wachsen sowohl im Wüstenklima als auch bei schwedischen Wetterbedingungen, sind also robust und passen sich ihrer Umgebung an. Und mein Name passt doch gut dazu“, kommentiert
Weintraub die Wahl des Firmennamens.

Wer bei Labrusca anlegt, darf erwarten, dass sein Geld von dem vierköpfigen Team um Weintraub wie dessen eigenes behandelt wird: „Wir halten rund ein Viertel des Fondsvermögens mit unserem Privatvermögen.“ Der Fondsmanager fühlt sich vor allem in volatilen Märkten zu Hause, da sie mit großen Kursabschlägen verbunden sind. Und die versteht er virtuos zu nutzen.

Neuling auf Bewährungsprobe
: Zum Stichtag 8. Juli schneidet der Labrusca Global nicht so gut ab wie die Vergleichsgruppe der Mischfonds. In den Vormonaten lag er hingegen klar vorn.
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Harte Konkurrenz für die Familie

Seine Frau hat es nicht immer leicht: „Sie weiß, dass sie gefühlt mit 5.000 Unternehmensprognosen konkurrieren muss.“ Weintraub versucht darum, möglichst viel Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Seine Passion für Aktienkurse geht auch am Nachwuchs nicht spurlos vorbei: „Meine fünfjährige Tochter weiß bereits, was ein Chart ist, und mein zweijähriger Sohn liebt es, den Bloomberg-Rechner zu starten.“

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