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Börsenlegende Charlie Munger ist tot - er starb im Alter von 99 Jahren

Warren Buffett (links) und Charlie Munger während der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway im Jahr 2016
Warren Buffett (links) und Charlie Munger während der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway im Jahr 2016 | Foto: Imago Images / Levine-Roberts

Die Welt der Finanzen trauert um einen ihrer Größten: Charlie Munger ist tot. Er war neben Warren Buffett die treibende Kraft hinter Berkshire Hathaway. Er starb am 28. November 2023 im Alter von 99 Jahren in einem kalifornischen Krankenhaus.

„Berkshire Hathaway wurde vor wenigen Minuten von Mitgliedern der Familie von Charlie Munger darüber informiert, dass er heute Morgen in einem kalifornischen Krankenhaus friedlich verstorben ist“, heißt es in einer Erklärung des US-Unternehmens, dessen stellvertretender Vorsitzender Munger bis zu seinem Todestag war. In der Erklärung heißt es weiterhin: "Warren Buffett, Vorstandsvorsitzender von Berkshire Hathaway, möchte sagen: 'Ohne Charlies Inspiration, Weisheit und Mitwirkung hätte Berkshire Hathaway nicht seinen heutigen Status erreichen können'. Die Familie, heißt es weiter, werde alle Angelegenheiten nach den Anweisungen des Verstorbenen regeln.

Munger, geboren am 1. Januar 1924 in Omaha, Nebraska, prägte die Investmentwelt nicht nur durch seine Partnerschaft mit Warren Buffett, sondern auch durch seine Denkweise, die sowohl analytische Schärfe als auch kreative Brillanz vereinte.

Karriere von Charlie Munger 

Seine Karriere begann Munger als Rechtsanwalt in Los Angeles. Seine Berufung fand er jedoch in der Welt des Investments. Seit Anfang der 60er Jahre war Charles Thomas (genannt „Charlie“) Munger bei Berkshire Hathaway, seit 1978 fungierte er auch offiziell als stellvertretender Vorsitzender.

Munger, der oft als Warren Buffetts "Alter Ego" bezeichnet wurde, beeinflusste maßgeblich die Richtung von Berkshire Hathaway. So leitete er einige der profitabelsten Investitionen des Unternehmens, darunter in See’s Candies, Geico und Coca-Cola. 

Buffett und Munger waren auf den ersten Blick ein sehr unterschiedliches Duo. Doch vielleicht ergänzten sie sich gerade deshalb so gut: Buffett ist politisch eher den Demokraten zugeneigt, er spöttelte etwa über Trump als miesen Geschäftsmann. Die Ausbildung als Investor erhielt Buffett beim Vater des Value-Investing Benjamin Graham.

 

Munger hingegen war erklärter Republikaner und galt als äußerst großzügig, sowohl was den eigenen gehobenen Lebensstil wie auch Spenden für Bildungsinstitutionen angeht. Munger verstand sich als Generalist. Investments waren nur ein Interessengebiet von vielen des ausgebildeten Juristen, der auch als Architekt aktiv – und erfolgreich – war. Sein Anlagestil basierte im Wesentlichen auf dem Wachstumsansatz von Philip A. Fisher. 

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Während Buffett medial nahezu omnipräsent war, trat Munger stets zurückhaltender in Erscheinung. Bei den alljährlichen Hauptversammlungen hielt er sich häufig auffällig zurück, was zum Beispiel darin zum Ausdruck kommt, dass er Buffetts Ausführungen in der Regel mit einem lakonischen „ich habe nichts hinzuzufügen“ („I have nothing to add“) kommentiert. Wenn er aber etwas sagte, zeigte sich sein außergewöhnlicher Scharfsinn. Dieser führte zu genauen und tief gehenden Analysen, bei denen Schwachpunkte seziermesserscharf herausgearbeitet wurden.

„Charlie Munger stand nicht so im Rampenlicht wie sein Freund Warren Buffett – aber immer komplett hinter ihm. Für Munger stand die Qualität der Unternehmen schon immer im Fokus. Er hat so das klassische Value Investing, bei der die niedrige Bewertung entscheidend ist, klar weiterentwickelt", sagt Frank Fischer, Vorstandsvorsitzender bei Shareholder Value. „Seine Persönlichkeit und sein trockener Humor, den ich oft auf den Berkshire-Hathaway-Hauptversammlungen in Omaha erleben durfte, werden fehlen.“

Michael Viehmann, Vorstand bei Sauren, schrieb auf Linkedin: „Zeit meines Investmentlebens wurde ich - wie viele andere - von den Gedanken und der Philosophie Warren Buffetts und Charlie Mungers geprägt. Ein sehr kluger, erfolgreicher und immer bescheidener Mann, der mit seinen Kommentaren die Dinge unterhaltsam auf den Punkt bringen konnte. Leider konnte ich ihn nie persönlich kennen lernen, bin ihm aber für die regelmäßigen Inspirationen sehr dankbar."

 

Charlie Munger war ein Philantrop

Neben seiner Rolle als Investor war Munger ein engagierter Philanthrop. Er spendete Millionen für Bildungsinitiativen und hinterließ eine bleibende Wirkung auf Institutionen wie die Stanford University und die Harvard-Westlake School. Sein intellektuelles Erbe umfasst auch Publikationen wie "Poor Charlie’s Almanack" und "The Psychology of Human Misjudgment", Werke, die Einblicke in seine Denkweise und Investmentphilosophie bieten.

Mungers Leben war vom Streben nach Wissen geprägt. Eines seiner berühmten Zitate lautet: „Entwickle dich durch unersättliche Lektüre zu einem lebenslangen Selbstlerner; kultiviere deine Neugier und strebe danach, jeden Tag ein bisschen klüger zu werden.“ 

Munger war zweimal verheiratet und hatte sieben Kinder. 

Charlie Munger wäre in wenigen Wochen, am 1. Januar 2024, 100 Jahre alt geworden.

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