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Chefökonomin von Edmond de Rothschild Chinas Konjunkturprogramm stabilisiert weltweites Wachstum

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Chinesischer Konjunkturplan entscheidend für Stabilisierung des Weltwirtschaftswachstums

Die Entschleunigung des Wachstums im dritten Quartal 2018 auf 6,5 Prozent ist auf den starken Rückgang der Investitionen in Infrastrukturen und nicht auf den Handelskrieg zurückzuführen. Die Regierung hat, um die Wachstumsrate in der Nähe des angestrebten Ziels von 6,5 Prozent halten zu können, mit einer monetären Lockerung begonnen und Steuersenkungen für die Haushalte und Unternehmen angekündigt. Der chinesische Konjunkturplan ist für das Weltwirtschaftswachstum maßgebend.

So haben die Investitionen in chinesische Infrastrukturen in der Tat direkte Auswirkungen auf den Preis der Rohstoffe, auf die Aktivitäten der rohstoffexportierenden Länder sowie auf den Welthandel und die industrielle Produktion der Industrieländer. Dies ist ein positiver Prozess, der 2016 nach dem starken Rückgang des chinesischen Wachstums ausgelöst wurde.

Über sein Ziel des Binnenwachstums hinaus kann es sich der chinesische Präsident nicht erlauben, die Führungsrolle an die USA abzugeben. Daher erwarten wir eine leichte Beschleunigung des chinesischen Wachstums auf 6,7 Prozent im ersten Halbjahr 2019.

Wenn sich diese Prognose bezüglich einer auch nur geringen Beschleunigung des chinesischen Wirtschaftswachstums, bestätigen sollte, könnten die Schwellenländer eine Pause bei der Anhebung ihrer Leitzinsen einlegen. Denn die Zentralbanken Indonesiens, der Philippinen und von Indien sahen sich gezwungen, die Leitzinsen anzuheben, um einen inflationären Wertverfall ihrer Währung zu vermeiden. Das wiederum hatte negative Auswirkungen auf die Kredite. Des Weiteren könnte sich die Wirtschaft bestimmter Länder, z. B. Brasilien oder Türkei, die ganz besonders stark unter politischen Ungewissheiten gelitten haben, im ersten Halbjahr 2019 erholen. Das Wachstum der Schwellenländer wird sich nach unserer Prognose in 2019 bei 4,8 Prozent stabilisieren.

Fazit: Wird die Eurozone Opfer des Konjunkturplans?

Die Wachstumsbeschleunigung in den USA hat die von uns erwartete Desynchronisierung des Weltwirtschaftswachstums bestätigt, was die Schwellenländer aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Gleichzeitig hatten die Befürchtungen eines Rückgangs des Welthandels negative Auswirkungen auf ihre Wirtschaftsperspektiven. Die Zentralbanken der meisten Schwellenländer waren gezwungen, ihre Leitzinsen anzuheben, um eine zu starke Abwertung ihrer Währung zu vermeiden, was das Wachstum noch zusätzlich gedämpft hat. Die chinesischen Behörden haben ihrerseits ihre Geldpolitik gelockert, um eine neue Entschleunigung des Wachstums aufgrund der abnehmenden Investitionen in die Infrastruktur vorwegzunehmen. Die Glaubwürdigkeit des chinesischen Konjunkturprogramms ist für die Stabilisierung des Weltwirtschaftswachstums Anfang 2019 entscheidend.

Die Europäische Gemeinschaft sieht sich in Zeiten eines geringen Wachstums einer Erneuerung ihrer Instanzen gegenüber. Dabei besteht das Risiko, dass die Präsenz europafeindlicher Parteien zunimmt. Ausserdem wird die Eurozone im chinesisch-amerikanischen Handelskrieg wahrscheinlich die höchsten Verluste erfahren.

Selbst wenn das Weltwirtschaftswachstum sich dank einer Ausweitung des chinesischen Konjunkturprogramms erst im zweiten Halbjahr 2019 verlangsamt, werden die europäischen institutionellen Vakanzen sowie der Handelskrieg eine hohe Volatilität der Aktienmärkte aufrechterhalten. Die zunehmende amerikanische und chinesische Verschuldung hat ebenso ihren Anteil daran.

Wird die Eurozone ohne Wachstumspotenziale in Zeiten, in denen die politischen Spannungen kritisch sind und die Europäische Zentralbank garantiert, dass sie ihren Leitzins nicht vor 2020 anheben wird, ebenfalls der Konjunkturplan-Mode erliegen? Derartige Initiativen würden zwar kurzfristig die Wachstumsaussichten stabilisieren, aber gleichzeitig mittelfristig im Voraus belasten. Es bleibt festzuhalten, dass das Wachstumspotenzial nach wie vor von der Produktivität abhängig ist.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.

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