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Logo der Nordea Bank, die größte skandinavische Bank | © Getty Images

Chefstratege der Nordea Bank Aktienmarkt-Erträge von 5 bis 10 Prozent in 2017

Eine These, die die größte skandinavische Bank, in einer der reichsten Regionen der Welt, sehr ernst nimmt. Nach dem Studium hunderter Analysen zu Brexit und Donald Trump im vergangenen Jahr, kommt der Chefstratege der Nordea Bank zu dem Schluss, dass politische Verwerfungen meist nur Getöse sind.

Politische Schocks produzieren zwar kurzfristig Schlagzeilen. Aber der Effekt im echten Leben ist meist schwächer als man annehmen würde. So sieht es Michael Livijin, dessen Empfehlungen Investments von etwa 100 Milliarden Euro für Nordeas wohlhabendste Kunden leiten.

„Wie sich Unternehmen entwickeln ist wesentlich wichtiger für Aktien als die Politik von Trump“, sagt Livijn in einem Telefoninterview mit Bloomberg aus Stockholm. „Dies ist nach wie vor die treibende Kraft hinter den Aktienmärkten. Politik hat einen gewissen Einfluss. Aber Gewinne, Bewertungen usw. sind langfristig wichtigere Faktoren als Politik.“

Mit dieser Prognose im Blick übergewichtet Nordea globale Aktien im Portfolio und erwartet, dass sich diese Anlageklasse besser als andere entwickelt. Dabei legt die Bank keinen Schwerpunkt auf eine bestimmte Region. Höhere Zinsen sind kein Hindernis, sofern diese verbesserte ökonomische Faktoren reflektieren, wie aus der Asset-Allocation-Strategie von Nordea für Januar hervorgeht.

Haushaltspolitische Großzügigkeit

Trumps Ankündigung seiner fiskalpolitischen Extravaganz hat bereits eine Aktienmarkt-Rallye ausgelöst. Der Dow Jones Industrial Average liegt seit der Wahl im November mit gut acht Prozent im Plus. Der S&P 500 Index stieg um gut fünf Prozent seit dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump. Dieser Anstieg erhöhe zwar kurzfristig das Risiko einer Korrektur, sollte jedoch nicht dazu führen, dass Investoren ihr Weltbild grundsätzlich anpassen, meint Livijn.

„Wir sehen keinen Grund unser Aktien-Engagement oder die Übergewichtung zu reduzieren“, sagt er und fügt hinzu „dies ist ein kurzfristiges Risiko mit dem man leben muss“.

Sein Fazit bleibt, dass „das fundamentale Bild für eine Übergewichtung von Aktien gegenüber langlaufenden Renten spricht.“

Blasen erkennen

Nordea sieht für 2017 global steigende Unternehmensgewinne zwischen fünf bis sieben Prozent. Dies dürfte zu globalen Aktienmarkt-Erträgen von fünf bis zehn Prozent führen.

„Es ist weder teuer noch billig“, sagt Livijn. „Daraus folgt, wenn die Gewinne weiter wachsen, stellen die heutigen Bewertungen kein Hindernis für eine weiterlaufende Rallye dar.“

Und allen, die sich fragen, ob diese Zuwächse nachhaltig sind, sagt Livijn: „Aktien befinden sich in keiner Weise in einer Blase. Aber für einen weiteren Anstieg müssen die Unternehmensgewinne schon kommen.“

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