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China bleibt Zugpferd der asiatischen Emerging Markets

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Im August drückten zwar Gewinnmitnahmen die Kurse der Schwellenländer nach unten. Beobachtern zufolge war das auf die guten Halbjahresergebnisse sowie die besseren Gewinnaussichten der meisten Firmen in den Emerging Markets zurückzuführen.

Auf mittlere und längere Sicht ist nach Meinung der Schwellenländer-Experten von HSBC Global Asset Management eine vielversprechende Entwicklung zu erwarten.

Die langfristigen Aussichten der asiatischen Emerging Markets sind deutlich robuster als die der westlichen Volkswirtschaften. Strukturelle Gründe sprechen für Wachstum in Asien: China und Indien haben keine Schulden und können ihre Zukunft auf eine äußerst positive demografische Entwicklung aufbauen.

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Vermehrt setzen die asiatischen Emerging Markets zudem auf den anziehenden Binnenkonsum. Bislang hatten sich die meisten asiatische Schwellenländer auf ein Absatzfinanzierungsmodell verlassen, das im Kern darauf hinauslief, den US-Verbrauchern für den Erwerb asiatischer Güter Geld zu leihen.

Nun schwächelt der amerikanische Konsum. Die Schwellenländer Asiens sind daher gezwungen, sich von dem exportgetriebenen Modell zu lösen und ein starkes Wirtschaftswachstum nicht global sondern über den Binnenkonsum zu erreichen. Die einzelnen Schwellenländer der Region fördern diesen Wandel mit Hilfe umfangreicher Konjunkturprogramme. Damit erhält auch die Abkopplungsthese neue Nahrung.

In China signalisiert der Einkaufsmanager-Index mit dem höchsten Stand seit 16 Monaten von 54 Punkten (Stand: August 2009), dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen in des Emerging Market weiter verbessern. Das Wirtschaftswachstum des Schwellenlandes wird durch die steigenden Investitionen und den anziehenden Konsum nachhaltig gefördert, und auch die begleitenden politischen Maßnahmen greifen.

Besonders attraktiv bleibt der Konsumsektor: So ist der Inlandskonsum des Schwellenlandes in der zweiten Jahreshälfte eine der treibenden Kräfte und eine langfristige Stütze für das Wirtschaftswachstum in China. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive sollte der Konjunkturaufschwung anhalten, denn die Aufträge in der Exportwirtschaft nehmen wieder zu.

Anders der Emerging Market in Indien: Hier hat sich der Markt nach der starken Rallye im zweiten Quartal 2009 abgekühlt. Vor allem die Sorgen über eine Dürreperiode haben verhindert, dass die Aktien des Schwellenlandes auf neue Jahreshochs stiegen.

Indien ist auf den Monsun angewiesen, um die landwirtschaftlichen Flächen zu bewässern. Aber die Regenfälle waren in diesem Jahr ungewöhnlich schwach und haben unter den Anlegern Bedenken ausgelöst, dass die Einkommen der Bauern sinken und der private Verbrauch und somit auch das Wirtschaftswachstum des Emerging Market leiden könne.

Der mittel- und langfristige Ausblick für das aufstrebende Schwellenland bleibt jedoch aussichtsreich. Denn zuletzt überraschten mehrere Ankündigungen der neuen Regierung positiv: etwa zum Haushalt, zu direkten Steuern und zum Fortschritt von Privatisierungen. Nun muss die Umsetzung dieser Initiativen beobachtet werden.

Im Schatten der wirtschaftlichen Großmächte China und Indien profitiert das Schwellenland Thailand als bisheriger Nachzügler von der steigenden Stimmung an den globalen Märkten sowie von den Nettokäufen ausländischer Investoren.

Jüngst hat die thailändische Regierung angekündigt, den Haushalt für das Jahr 2010 früher als geplant vorzulegen, und sie hat zudem für ein weiteres Jahr Energiesubventionen in Höhe von 48 Milliarden Baht (umgerechnet 970 Millionen EUR) gebilligt. Positiv präsentieren sich auch die Unternehmensergebnisse des Emerging Market, die im ersten Halbjahr besser ausgefallen sind als von den Anlegern erwartet. Experten von HSBC haben daraufhin das Kursziel für den SET-Index für 2009 angehoben.

Gegenwärtig überzeugt der Emerging Market in Thailand mit den -nach Pakistan- niedrigsten Bewertungen in Asien und bietet ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis. Ein weiterer Lichtblick für die Zukunft des Schwellenlandes: Der Markt könnte von ausländischen Investoren profitieren, die sich erst jetzt zum Einstieg in den asiatischen Markt entscheiden.

Wie ist die Entwicklung an den Emerging Markets in Asien insgesamt zu bewerten? Bildet sich hier ein nachhaltiger Trend aus? Zurzeit korrelieren die asiatischen Aktienmärkte noch stark mit den westlichen Märkten. Aber im Vergleich zu den entwickelten Märkten punkten die Schwellenländer China, Indien und Thailand mit besseren Fundamentaldaten. Zudem kehrt mit der langsamen Abkehr vom exportgetriebenen Wachstum die Möglichkeit der schrittweisen Entkopplung von den westlichen Aktienmärkten zurück.

Der Blick in die Zukunft der Emerging Markets scheint vielversprechend. Kurzfristig könnten einige Schwellenmärkte in Asien zwar überhitzt sein, aber die Region ist strategisch und auf lange Sicht weiterhin attraktiv.

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