Ein Straßenbauprojekt in China. <br> Die HSBC-Fondsmanagerin Mandy Chan setzt auf die <br> Zement-Branche im Reich der Mitte. Quelle: Istock

Ein Straßenbauprojekt in China.
Die HSBC-Fondsmanagerin Mandy Chan setzt auf die
Zement-Branche im Reich der Mitte. Quelle: Istock

China: HSBC-Managerin setzt auf Zement und Banken

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Viele Experten führen den jüngsten Rückgang der Rohstoffpreise zu einem großen Teil auf die Abschwächung der chinesischen Konjunktur zurück – schließlich war das Reich der Mitte bisher der Preistreiber Nummer eins. Aber nicht Mandy Chan. Die Korrektur der globalen Rohstoffpreise – vor allem der Edelmetallpreise – sei auf die kurzfristige Erholung des US-Dollars zurückzuführen, so die China-Expertin. Der Kauf von Rohstoffen sei dadurch teurer geworden, da sie in US-Dollar gehandelt werden.

Zementpreise hingegen seien im April gestiegen, erklärt die China-Expertin. Denn eine Reihe von Zementunternehmen musste ihre Produktion vorübergehend aussetzen. Aufgrund der Dürre konnte in einigen Provinzen die Energieversorgung nicht aufrecht erhalten werden. Das habe das Zementangebot in China weiter verknappt.

„Wir sind zuversichtlich, dass der Sektor immer noch viel Potenzial für Gewinnwachstum bietet“, sagt die Fondsmanagerin. Denn die Bewertungen seien nicht übertrieben: Zementaktien werden zu einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt. Die Gewinne hätten sich seit vergangenem Jahr aber bereits verdoppelt. „Aufgrund alldem halten wir den Sektor weiterhin für äußerst attraktiv.“

Banken sind defensiver als Rohstoffe und Immobilien

Ein anderer attraktiver Sektor im Reich der Mitte sind laut Chan die Banken – auch wenn die Regierung den Mindestreserve-Satz seit 2010 elf Mal und die Zinsen vier Mal erhöht hat, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen und überschüssige Liquidität vom Markt abzuschöpfen.

Für die großen Banken stellen die erhöhten Anforderungen nach Chans Ansicht kein großes Problem dar, da sie diese – notfalls durch die Emission nachrangiger Schuldtitel – werden erfüllen können. Bei den kleineren Banken hingegen erwartet der Markt sehr wohl eine Kapitalaufnahme, da ihre Eigenkapital-Quote unter dem Minimum von 11,8 Prozent liegt. „Auch wenn die kleineren Banken von nun an bis 2016 mehr Geld aufnehmen müssen, erwarten wir nicht, dass dadurch die Aktienkurse der Großbanken unter Druck geraten“, sagt Chan.

„Wir ziehen den Bankensektor insgesamt weiterhin vor, da die Bewertungen im Vergleich zum Gesamtmarkt sehr niedrig sind“, so Chan weiter. Zudem hält die Managerin chinesische Bankaktien trotz der Marktvolatilität und der Sorge um das globale Wirtschaftswachstum für defensiver als zum Beispiel Rohstoffe und Immobilien.

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