Die Kommunistische Partei hat schon vor einiger Zeit verkündet, dass das Reich der Mitte im Jahr des Drachen um rund fünf Prozent wachsen soll. Wo dieses Wachstum genau herkommen soll, wisse nur Konfuzius, so Baader-Bank-Chefanalyst Robert Halver. Immerhin wird nun die Fiskal- und Geldpolitik in China auf Anordnung der Regierung in Peking aktiv, um die lahmende Konjunktur zu stabilisieren.
„Der chinesische Drache speit gewaltig Feuer, aber wie viel Ausdauer hat er?“
Robert Halver, Baader Bank
Aber einen chinesischen Whatever-it-takes-Moment, ähnlich wie der, mit dem der damalige EZB-Chef Mario Draghi einst die Eurokrise in den Griff bekam, vermisst Halver noch immer. Ebenso wie eine klare Hinwendung zur Marktwirtschaft und damit auch eine beständige Aktienkultur.
„Andere Schwellenländer sind aussichtsreicher“, so der Experte. Nicht zuletzt Indien genieße derzeit weit höheres Ansehen bei Investoren und ziehe Kapital an, was einst noch Richtung China ging. Ursache dafür sind auch die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China.
Und die Aussichten, dass sich Konjunktur und Aktienmärkte nachhaltig erholen, schätzt der Börsenkenner nach wie vor übersichtlich ein. Im Video sehen Sie Robert Halver mit seinem Blick auf das Reich der Mitte.
Foto: Baader Bank
Über den Autor:
Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse der Baader Bank in Frankfurt und ist damit für die Einschätzung der internationalen Finanzmärkte zuständig. Der erfahrene Kapitalmarkt- und Börsenkommentator ist durch seine regelmäßigen Medienauftritte bei Fernsehsendern und Radiostationen einem breiten Anleger- und Finanzpublikum bekannt.

